Von Raroia geht‘s weiter nach Fakarava

03.06 Sa. Nachdem Philipp mit mir das Ankerbier getrunken und wir die Kartoffelchips verputzt hatten, machten wir uns an dem Navigationssystem zu schaffen, weil es uns auf der dreitägigen Fahrt zu dem Raroia-Atoll einige Probleme bereitet hatte. Wir reinigten alle Kontakte und wechselten das komplette AIS-System aus. Bis auf eine Kleinigkeit bekamen wir dadurch die Probleme in den Griff, nur das AIS startete nicht auf Anhieb, man musste durch einen Disconnect ein wenig nachhelfen. Nach der Aktion mit der Reparatur des Navigationssystems, die drei Stunden dauerte, konnten wir nahtlos zu unserem Abendessen übergehen und der Tag war schon wieder vorbei. Den darauf folgenden Tag fuhren wir morgens mit dem Dinghy an Land und besorgten uns in Garumaoa einige Lebensmittel in einem Minimarket. Das Atoll sah genauso aus, wie man es sich von einem Postkartenmotiv vorstellt, langer Sandstrand, Kokospalmen und kristallblaues Wasser, paradiesisch!!! Zurück auf der Que Mas kamen Candice und Jordan mit ihrem Dinghy vorbei, Sie hatten beim schnorcheln die Lage ihres Ankers kontrolliert und auch direkt den Anker der Que Mas mitkontrolliert und wollten uns informieren, dass unsere Ankerkette sich um einen Felsen gelegt hatte. Weil die Beiden mir sehr symphatisch waren, lud ich Sie zum Sundowner um 18 Uhr ein. Am Nachmittag hatte ich die Idee den Wasserpass der Que Mas, wo sich ordentlich Grünzeug angesammelt hatte, zusammen mit Philipp abzubürsten, nach zwei Stunden hatten wir gerade mal den ersten Rumpf geschafft und die Nase gestrichen voll, den anderen Rumpf wollten wir uns dann Morgen vornehmen. Bevor unsere Gäste kamen, räumten wir alles auf und beim spülen fehlte uns plötzlich der Knethaken von der Backmaschine, der wie verhext nicht mehr aufzufinden war, zu dumm, jetzt kann ich kein Brot mehr backen. Pünktlich kamen Candice und Jordan zu uns rüber, Sie brachten sogar Wodka, Tonic, Eiswürfel und einen kleinen Snack mit. In englischer Konversation hatten wir einen sehr unterhaltsamen Abend, nach über geschlagenen vier Stunden fuhren die Beiden um 22:15 Uhr zu ihrem Kat Deguello zurück. Am nächsten Morgen spürte ich noch ein bisschen den Wodka-Tonic, erst nach einem ausgiebigen Frühstück normalisierte sich mein Zustand und so konnte ich mit Philipp zusammen das Unterwasserschiff weiter von Pocken, Muscheln und Grünzeug befreien. Erst am Nachmittag hatten wir beide Rümpfe fast wieder so glatt wie einen Kinderpopo und konnten danach alles für unser Abendessen improvisieren. An diesem Abend gab es gebratene Hähnchenschenkel mit Reis, in Anbetracht des Mangels an grünem Salat, gab es dazu einen reinen Zwiebelsalat, geht auch! Am nächsten Morgen mussten wir eigentlich wegen der Tide um 8 Uhr Anker auf gehen, doch da die Ankerkette sich um einen Felsen gelegt hatte, dauerte es über 20 Minuten bis wir endlich den Anker oben hatten. Jetzt kamen wir verspätet an den Pass von Rarioa und die hohen Wellen schaufelten uns durch die vordere halb offene Luke einige Liter salziges Wasser in den Salon. So ein Mist, wieder putzen, als wir alles wieder trocken und die Segel gesetzt hatten, düsten wir mit dem frisch geputzten Unterwasserschiff mit über 7 Knoten durch den Pazifik. Weil der Wind bis zum Nachmittag weiterhin so stabil blieb, kamen wir gut voran, danach wurde der Wind zwar schwächer aber wir machten immer noch durchschnittlich 5,5 kn Fahrt. In der Nacht erhellte der Vollmond die Szenerie, wodurch die Nachtwachen sehr angenehm waren. Am nächsten Morgen nahm der Wind immer mehr ab und kurz bevor wir Fakarava erreicht hatten, flaute er total ab. Es blieb uns nichts anderes übrig, als die beiden Motoren anzuschmeißen und die letzten 20 sm mit Motorpower zurück zu legen. Gegen 15 Uhr erreichten wir den Nordpass „Garuae” des großen Tuamutoatoll Fakarava. Da wir zum richtigen Zeitpunkt ankamen war die Einfahrt in dem über eine halbe Seemeile breiten Pass ein Kinderspiel. Jetzt mussten wir aber dennoch 5 sm im Atoll bis zu unserem Ankerplatz vor dem Ort Rotoava Village zurücklegen. Meinen Anker wollte ich direkt vor der Free Spirit von Moritz, der schon gestern hier angekommen war, fallen lassen, doch nachdem ich 20 Meter Ankerkette ausgelassen hatte, blockierte plötzlich die Ankerwinsch, was war das?, es ging nicht vor und nicht zurück, schnell kontrollierte ich die Sicherung von der Ankerwinsch, doch die war eingeschaltet, im ersten Moment war ich ein wenig ratlos, doch als ich in den Kettenkasten schaute, war klar warum die Ankerwinsch blockierte, direkt vor der Winsch hatte sich die Ankerkette im Kettenkasten verknotet und blockierte so die Ankerwinsch. Jetzt musste ich zuerst einmal wieder dem Anker entgegen fahren um die Kette zu entlasten, damit ich Sie gemeinsam mit Philipp aus der Kettennuss ziehen und so von dem Kettenknoten befreien konnte, danach funktionierte wieder alles. Nach diesem Schreck hatte Philipp mit mir noch ein schnelles Ankerbier verdient, bevor ich Ihn zu seiner alten Crew auf die Free Spirit entließ. Noch einmal vielen Dank lieber Philipp, dass Du mich von den Marquesas bis hierhin begleitet hast!

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