Jetzt bleiben wir erstmal in Ilheus

Wie schon angekündigt ging es am heutigen Montag zum Behördenmarathon, Pedro Paulo wartete schon um 9 Uhr am Steg vom Yachtclub um mit uns die Behörden abzuklappern. Zuerst ging es zur Policia Federal, dort wurde uns am Empfang erklärt, dass man sich wegen Covid-19 über WhatsApp oder E-Mail anmelden müsste um einen Termin zu bekommen. Das war also schon mal nix, wir fuhren weiter zur Receita Federal, dort wurden wir zwar empfangen, aber unsere Papiere konnten nicht bearbeitet werden weil das Computersystem ausgefallen war, also wieder nix. Als letzte Station war jetzt die Marina do Brasil an der Reihe. Endlich, hier wurde gearbeitet und wir bekamen das entsprechende Papier ausgestellt. Leider waren damit unsere Behördengänge immer noch nicht beendet, weil Res für seine Tochter Angelika, die geheiratet hatte, noch eine Geburtsurkunde besorgen musste. Nachdem das erledigt war, hatten wir alle ein Päuschen verdient und tranken in der Innenstadt im „Biboka” einen Suco und bummelten danach durch die Einkaufsstraßen von Ilheus. Der berühmte lateinamerikanische Schrifsteller, der hier in Ilheus gelebt hat, ist hier überall als Büste, Statue und auf Plakaten präsent, selbst im Yachtclub von Ilheus sitzt er als Figur an einem Tisch.  Nachmittags fuhr Pedro Paulo mit uns zu sich nach Hause, wo wir uns von dem anstrengenden Vormittag bei den Behörden erholen konnten. Kurz vor dem Abendessen führte uns Res zu seinem Stammlokal, einem sehr schön dekoriertem Verkaufsladen wo hauptsächlich Casacha aber auch andere Spirituosen verkauft wurden. Das Lokal war eigentlich geschlossen, doch Pedro Paulo klopfte einfach an die Tür, nach kurzer Zeit erschien Rebecca, die hübsche Tochter des Besitzers und öffnete den Verkaufsladen für uns. Bevor Sie uns alles erklären konnte, kam schon ihr Vater „Sultao”, der uns aus verschiedenen Holzfässern unterschiedlich gereifte Cacachas kredenzte. Auf seiner Fazenda destilliert er den Cacacha, welchen er dann in verschiedenen Holzfässern reifen lies. Wir hatten viel Spaß und machten zum Abschluss noch ein lustiges Foto mit verschiedenen Cowboyhüten. Da man in dem Laden auch speziell essen konnte, machten wir für den kommenden Donnerstag einen Termin zum Mittagessen aus. Zurück bei Pedro Paulo stand schon das Abendessen für uns auf dem Tisch. Nach dem ausgezeichneten Abendessen von Pedro Paulo’s Frau fuhren wir zurück zum Yachtclub, wo wir uns mit dem Dingi durch heftige Wellen bis zu unseren Schiffen kämpften. Nach diesem anstrengenden Tag schlief ich schnell auf meiner Que Mas ein.
Dienstagmorgen holte ich Tommi und Res mit dem Dingi ab und wir gingen vom Yachtclub Ilheus zu Fuss ins Städtchen um im „Biboka” zu frühstücken. Nach dem Frühstück wollte Res eine alte Bekannte besuchen, Tommi machte währenddessen mit mir einen Einkaufsbummel durch’s Zentrum von Ilheus. Mittags hatten wir uns dann alle mit Pedro Paulo in der Snackbar „Biboka” verabredet. Von dort gingen wir zum Stadtstrand von Ilheus, wir setzten uns mit einem Getränk gemütlich unter einen Sonnenschirm und genossen das schöne Wetter. Plötzlich klingelte mein Handy mit einer mir unbekannten Nummer, es war Cathy, unsere Freundin die wir aus Barra São Miguel lieben und schätzen gelernt hatten. Sie war mit ihrem Mann Carlos immer noch in Französisch Guinea, Sie hatten so einige Probleme mit ihrem Schiff und schafften bis jetzt nicht den Absprung nach Grenada wo ihre brasilianischen Freunde auf die Beiden warteten. Nach unserem Strandnachmittag hatten wir Abends eine offene Churrasceria für unser gemeinsames Abendessen mit Pedro Paulo gesucht, witzigerweise wurden wir direkt in der Nähe des Yachtclubs fündig. Nach dem Essen gingen wir die paar Meter zum Yachtclub zu Fuss und Pedro Paulo fuhr mit dem Auto nach Hause.
Am Mittwoch hatte uns Irassi und Pedro Paulo zum Frühstück eingeladen, mit Uber fuhren wir dort hin und bekamen ein ausgiebiges süßes brasilianisches Frühstück. Den ganzen Tag verweilten wir im Haus von Pedro Paulo und seiner Frau Irassi, zwischendurch machten wir noch einige Besorgungen in Ilheus. Abends hatten wir dann mit Heinz, dem schweizer Freund von Res und Tommi,im Restaurant Vesuvio ein ausgezeichnetes Essen. Da ich Ersatzteile für meine Kärcher Hochdruckgeräte benötigte, fuhr Res mit mir am nächsten Morgen nach Itabuna, wo wir hofften die entsprechenden Teile zu bekommen, wir hatten Glück und bekamen alles. Mittags waren wir zum Essen beim Cacacha do Sultao verabredet, parallel zum Essen wurde natürlich der ein oder andere Cacacha kredenzt. Sultao, der Besitzer, war ein Verkäufer wie er im Buche steht, zum Schluß war jeder von uns um einen Edelcacacha reicher aber auch um 400 Reais ärmer. Das ganze Spektakel zog sich bis nach 16 Uhr hin, danach fuhren wir noch einmal ins Zentrum von Ilheus um dort den Tag ausklingen zu lassen.
Der Freitagvormittag begann für uns mit Arbeit an unseren Schiffen, ich musste meinen kleinen Aussenbordmotor wieder in Gang bringen und einige Ersatzteile für meine Saildrives im Internet bestellen. Pedro Paulo holte uns dann um 14 Uhr am Yachtclub ab um uns an den Nordstrand von Ilheus zu bringen. Doch zu unserer aller Überraschung war der Nordstrand total verwaist und es gab auch keine Strandbuden mehr. Also ging es kehrt marsch marsch zum Südstrand wo wir schon einige Tage zuvor waren. Diesmal war der Strand und die Strandbar ziemlich leer, es war schließlich kein Wochenende sondern ein Arbeitstag. Vom Südstrand brachten Tommi und ich Pedro Paulo mit seinem Enkel João nach Hause und direkt weiter zum Yachthafen um Res dort zu treffen, der mal wieder Freunde in seiner zweiten Heimat Ilheus besucht hatte. Morgen wollen wir zum 80 Kilometer entfernten Caniveiras mit dem Auto fahren um eine Freundin von Res und Tommi zu besuchen.

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