- Hilfsarbeiter 😎
- Lighthouse am Cape Otway
- Vor den zwölf Aposteln
- Die „halbe” London Bridge
So, jetzt bin ich mittlerweile auf der bekanntesten und leider frequentierstesten Touristikroute Australiens, der „GREAT OCEAN ROAD (B100)” die sich von Torquay bis Allensford über 243 km erstreckt. Der zu befahrene spektakulärste Teil liegt zwischen den Orten Lorne und Apollo Bay, hier verläuft die Straße unmittelbar an der Steilküste direkt am Meer. Nachdem ich in Aireys Inlet einen Waschtag eingelegt hatte, drehte ich am Nachmittag noch eine Runde mit dem Rad, dabei kam ich in Aireys Inlet an dem Split Point Lighthouse vorbei, das neben dem Step Beach die einzige Sehenswürdigkeit in dem Ort war. Am nächsten Morgen buchte ich mir im Lorne Foreshore Queens Park einen Übernachtungsplatz für den Campervan. Bis dort hatte ich von Aireys Inlet nur 20 km Fahrt. Aber genau auf dem Stück hatte man ein historisches Denkmal für die von dem ersten Weltkrieg zurückgekehrten Soldaten, welche die ersten Abschnitte der Great Ocean Road gebaut hatten, hingesetzt. Damit die Arbeiter auch mit der Straße fertig wurden, hatte ich mit der Schubkarre ein wenig mitgeholfen 😅. Von dem Lorne Foreshore Queens Park konnte man über Waldwege direkt zum Teddy’s Lookout, von wo aus man genau erkennen konnte, wie die Great Ocean Road parallel zur Steilküste am Meer gebaut wurde. Bevor ich am nächsten Morgen in Richtung meines nächsten Übernachtungsort Port Champbell aufbrach, besuchte ich noch 10 km von Lorne entfernt, die Eskine Falls. Auf der Strecke nach Port Champbell, kam dann ab Lorne bis zur Apollo Bay, wie zuvor schon erwähnt, das spektakulärste Stück der Great Ocean Road. Nicht nur das die Küstenstraße so einmalig war, wurde ich zu allem Überfluss auch noch in diesem Abschnitt mit einem wunderschönen kompletten Regenbogen überrascht. Hinter der Apollo Bay machte ich einen Abstecher zu dem bedeutensten Leuchtturm Australiens, der am Cape Otway 1846 bis 1848 errichtet wurde und damit der zweite Leuchtturm war, der auf dem australischen Festland fertiggestellt wurde. Auf dem Leuchtturmgelände hatte man auch 1856 eine Telgraphenstation errichtet, die über ein Unterwasserkabel mit Tasmanien kommunizierte. Von Cape Otway ging es zurück auf die Great Ocean Road wo kurz vor Port Champbell die Hauptattraktion der Great Ocean Road die zwölf Apostel auftauchten, doch als ich sah wie sich am Nachmittag die Touristen auf der Aussichtsplattform drängten, entschied ich mich erstmal in Port Champbell auf dem Recreation Reserve Campingplatz einzuchecken und am nächsten Morgen ganz früh zu den zwölf Aposteln zu fahren. Seit gestern hatte ich schon schlechtes Wetter mit viel Regen, anstatt sich das Wetter besserte, wurde es immer schlimmer. Trotz des schlechten Wetters schnappte ich mir mein Rad und erkundete den kleinen Ort Port Champbell, der hauptsächlich aus Hotels, Cafés und Restaurants bestand. Sicherheitshalber kontrollierte ich in der Wetterapp ob das Wetter morgenfrüh besser wird, doch zu meinem Entsetzen musste ich feststellen, dass morgen der Wind, anstatt wie heute mit Böen von 25 Knoten, morgen früh mit Böen von 45 kn bläst. Deswegen entschied ich mich kurzerhand um und machte mich kurz vor Sonnenuntergang zu den zwölf Aposteln auf. Obwohl es regnete und der Wind über die Aussichtsplattform pfiff, tummelten sich immer noch genügend Touristen an den zwölf Aposteln. So konnte ich wenigstens ohne Probleme einen bitten, von mir ein Foto vor den zwölf Aposteln zu machen. Bevor es richtig dunkel wurde machte ich schnell eine Stippvisite bei Gibson Steps und dem Loch Ard Gorge, das nach dem dort gesunkenen Dreimaster Loch Ard benannt ist. Von allen diesen besonderen Küstenabschnitten konnte ich noch gerade so in der Dämmerung und im strömenden Regen einigermaßen vernünftige Fotos machen. Ziemlich durchnässt kam ich wieder auf den Campingplatz in Port Champbell an und musste mich erstmal trocken legen. Nach einer sehr windigen Nacht machte ich mich am nächsten Tag zu den letzten Highlights der Great Ocean Road auf. Es kamen kurz hintereinander die London Bridge, die Grotte, Bay of Martyrs und last but not least die Bay of Island, leider konnte ich mir alle diese Felsformationen nicht mit der nötigen Ruhe ansehen, weil es durch den starken Wind und den vielen Regen, gefühlt so kalt war, das ich kaum das iPhone zum fotografieren halten konnte. Nachher war ich froh wieder in dem Van zu sitzen wo die Heizung auf volle Pulle lief. Den nächsten Stopp machte ich dann in Warrnampool um einige Besorgungen im Supermarkt zu machen. Für den nächsten Übernachtungsort hatte ich Port Fairy geplant und mich auch schon telefonisch im Southcompe Caravanpark angekündigt. Damit ich an diesem Tag Port Fairy auskundschaften konnte, checkte ich hier schon kurz nach 14 Uhr ein. Der Typ an der Rezeption war echt nett, er gab mir einen super Platz und knöpfte mir nur 30 AUD ab, ein wirklich fairer Preis! 👍🏼 Kurz nachdem ich den Stellplatz dort eingenommen hatte, erkundete ich Port Fairy, in der Innenstadt schleckte ich mir eine leckere Eiscreme. Als nächstes ging es ans Hafenpier und von dort aus fuhr ich auf eine Barre der Einfahrt von Port Fairy in den Moyne River. Der Wind wehte so heftig das ich noch nicht mal in die Pedale treten musste, ganz im Gegenteil ich musste das Rad abbremsen, so stark schoben mich die Windböen bis zum äußerten Ende der 1,5 m schmalen Barre, hier am äußersten Ende blies es bestimmt mit 45 kn und mich fast mitsamt Rad ins Meer. Schnell versuchte ich ein Foto zu machen und schob so gut es ging das Rad gegen den böigen Wind langsam von der Barre herunter, das hätte auch schief gehen können! Nach dieser Aktion brauchte ich zur Entspannung erstmal einen Beruhigungstrunk, den ich mir in dem urigen Restaurant „Merrijig Kitchen” in einer gemütlichen Stube vor einem warmen Kamin genehmigte, genau das Richtige nach diesem Aufreger. Gut ausgeruht nahm ich am nächsten Morgen die 160 km bis zu meinem nächsten Etappenziel Mount Gambier in Angriff. Zuerst steuerte ich Portland für eine Kaffeepause an, von dort ging es weiter bis nach Port Nelson, wo ich mir auf dem Livingstone Naturwalk ein wenig die Beine vertreten konnte um danach mit erneuter Frische zum nächsten Caravanpark nach Mount Gambier aufzubrechen.



