Great Ocean R. auf Southern Ocean Drive

In Allansfford kurz vor Warrnambool endete ja die Great Ocean Road, inzwischen bin ich ja schon auf dem Southern Ocean Drive unterwegs, der von Port Fairy aus die südaustralische Küste entlang bis Meningie und dann weiter nach Victor Harbour über die Insel Kangoroo Island führt, bis die Route schlußendlich dann in Adelaide endet. Über Port Fairy hatte ich ja schon berichtet und war mittlerweile in Mount Gambier auf dem Big4 Blue Lake Holidaypark gelandet. Hier musste ich für die Übernachtung allerdings 69 AUD hinlegen, was mir dann doch ein wenig überteuert vorkam. Da ich in Mount Gambier gegen 14:30 Uhr ankam, hatte ich genug Zeit mir die wichtigsten Dinge dort anzuschauen, es gab hier einen schönen Radweg um den Blue Lake Kratersee, der dann weiter ins Zentrum von Mount Gambier führte, bei der Touristeninfo erfuhr ich, was es hier in dem Ort noch so Interessantes gibt. Die Dame von der Touristinfo empfahl mir auf jeden Fall das „Umpherston Sinkhole/Balumbul”, das wie ein versunkener Garten aussieht. Ursprünglich war dies mal ein riesige Höhle in der irgendwann mal die Decke zusammenbrach und dadurch ein riesiges Loch entstand in dem der Einheimische James Umpherston 1886 begann einen Garten anzulegen wo sich auch gerne Opossums herumtummeln. Von diesem paradiesischem Garten ging es für mich über den Mount Gambier Rail Trail zum Caravanpark am Blue Lake zurück. Nachdem ich am nächsten Morgen in Mount Gambier getankt hatte, ging die Fahrt weiter über Beachport, wo ich einen kurzen Stopp einlegte und über den 800 Meter langen Jetty wanderte. Von Beachport bis zum nächsten Übernachtungsort Robe waren es dann nochmal 50 Kilometer. Da mittlerweile die Urlaubssaison in Australien dem Ende entgegen geht, muss man den Stellplatz garnicht mehr vorbuchen, hier in Robe hatte ich problemlos ohne Reservierung einen Stellplatz bekommen. Natürlich schnappte ich mir mal wieder das Rad und erkundete den Robe Foreshore Loop der vom Long Beach die Küste entlang bis zu einem alten Obelisken von 1855 führt, der zur damaligen Zeit am Tage als Landmarke am Cape Dombey der Schifffahrt helfen sollte, in die Guichen Bay einzufahren. Bevor ich es mir am Abend im Campervan gemütlich machte, schaute ich mir noch die beiden Seen und die Geschäfte auf der Victoria Street an. Nach einer Joggingrunde am nächsten Morgen ging es weiter zum nur circa 40 km entfernten Kingston, das für seine Lobsterfischerei berühmt ist. Hier war direkt neben dem Caravanpark ein spezieller Leuchtturm als historisches Museum aufgebaut worden. Dieser Leuchtturm stand ursprünglich mal 8 km Offshore auf einer Plattform über dem Riff bei Cape Jaffa und warnte die Schifffahrt einen respektvollen Abstand zu dem Riff zu halten. Da der Leuchturm, ähnlich wie der Eiffelturm in Paris damals aufgebaut wurde, hatte man ihn im Jahr 1974 demontiert und perfekt wieder in Kingston montiert. Von zwei netten jungen Damen bekam ich eine sehr lehrreiche Führung durch diesen Leuchtturm, sehr interessant! Weiter ging es auf auf dem Maria Creek Loop in Richtung „The Big Lobster”, einer Riesenhummerskulptur die eindeutig auf den wichtigsten Wirtschaftszweig der Kingstongeschichte hinweist. Nach dem „fetten” Lobster besuchte ich noch das National Trust Museum in Kingston, wo man liebevoll zusammengetragene Alltagsgegenstände aus vergangener Siedlerzeit sehen konnte, dort stand sogar eine alte Linotype Setzmaschine aus dem Jahre 1890, Woah! Weil ich auch noch bei dem 30 km entfernten Cape Jaffa vorbeischauen wollte, musste ich zurück zum Camper und düste gegen 15 Uhr zum Cape, natürlich hatte ich das Rad mit eingepackt, schließlich wollte ich am Cape Jaffa noch zu den Ruinen des alten Leuchturmwärterhauses radeln. Nach einer knappen halben Stunde kam ich am Jetty des Cape Jaffa’s an, parkte dort meinen Van, schwang mich auf den Drahtesel und wollte mal eben die läppischen zweieinhalb Kilometer zu den Resten des Lightkeeperhouses abreißen. Ja denkste läppisch, den letzten Kilometer gab es nur noch einen Sandweg über das ich das Rad schieben musste. Total verschwitzt erreichte ich in der Dämmerung wieder den Van und kam kurz vor Dunkelheit in Kingston an. Am nächsten Tag brach ich zu dem fast 200 km entfernten Freecampingplatz Narrung Campground auf, nach 145 km machte ich einen Zwischenstopp in Meningie und wie sollte es anders sein, radelte ich mal eben den nicht so einfach zu fahrenden Lions Walking Trail ab, es war eben ein Walking- und kein Radtrail 🥴. Weiter ging’s zum Freecampingplatz der auf einer grünen Wiese direkt am Lake Alexandrina lag (siehe Sonnenaufgang Titelbild). Auf dem Freecampingplatz machte ich die Bekanntschaft mit den zwei jungen Engländern Kathy und Harvey, die am nächsten Tag das gleiche Ziel hatten wie ich, nämlich nach Hahndorf, der ältesten noch bestehenden deutschen Siedlung in Australien. Mit den beiden jungen Engländern traf ich mich dort am nächsten Tag in einem typischen deutschen Restaurant, dem Hahndorf Inn und aß mit Ihnen zusammen die typisch deutsche Bratwurst mit Sauerkraut und Püree, dazu gab es das Weihenstephan Original Lager Bier. Nachdem wir lecker gegessen und gequatscht hatten, musste ich mich von Kathy und Harvey verabschieden und machte den nächsten Stellplatz im Hahndorf Discovery Park klar. Von hier aus ging es auf den „Amy Gillett Pathway”, der als Andenken für die australische Radrennfahrerin Amy Gillett, die bei einem Unfall von einer Fahranfängerin in Thüringen beim Rennradtraining 2005 tödlich verunglückt ist, im Jahr 2010 eröffnet wurde.

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