Von Newcastle bis nach Southport

Nach dem ersten Abend in der Honeysuckle Marina in Newcastle, rief ich am nächsten Morgen Natti, die ich mit ihrer Familie ja schon auf der Fahrt von Southport nach Pittwater zusammen mit Jo in Newcastle getroffen hatte (siehe hier) an, um erneut ein Treffen mit Ihr auszumachen. Da wir zwar mal wieder Segel flicken mussten, aber an diesem Tag sehr schönes Wetter war, entschlossen wir uns das tolle Wetter auszunutzen und wanderten an Nobbys Lighthouse vorbei bis ans Ende des Breakwater. Am Nachmittag waren wir wieder an der Que Mas und fingen mit der Segelflickerei an, eigentlich wollte Natti mit Familie um 15 Uhr zu Besuch auf’s Boot kommen, doch kurz vor unserem Treffen sagte Sie wegen Krankenstand in der Familie ab. Es war geplant am Montag weiter zu segeln, doch das schlechte Wetter mit viel Wind im Gepäck machte uns einen Strich durch die Rechnung. Doch das hatte auch was Positives, so konnte Chris in Ruhe die Segel fertig flicken und wir schafften es auch noch am Dienstagabend mit Natti und Andrew in einem japanischen Restaurant essen zu gehen. Am Mittwochnachmittag machten wir um 14 Uhr die Leinen los und segelten bei drei Meter hohen Wellen durch die Nacht unserem nächsten Ziel Port Macquaire entgegen, hier mussten wir am nächsten Tag zu einem bestimmten Zeitpunkt bei einlaufendem Hochwasser ankommen, weil wir dort über eine schwierige  Sandbarre in den Hastings River einfahren mussten. Als wir dort ankamen, brachen sich die Wellen an der Barre gefährlich vor der Einfahrt, ich musste höllisch beim ansteuern aufpassen, dass ich den Kat in Richtung hielt, weil von hinten ganz schöne Brecher uns in Richtung Bar schoben. Nach aufregenden fünf Minuten fuhren wir von der aufgewühlten See in das ruhige Fahrwasser des Hastings River und machten uns im Fluß an einer Public Mooring fest. Ich hatte geplant in der kommenden Nacht weiter zu segeln, aber in Anbetracht der meterhohen Wellen, die in die Einfahrt vom Hastings River herein rollten, entschied ich mich wegen der schlechten Nachtsicht um, und plante erst am nächsten Tag mit Tageslicht kurz vor dem nächsten Hochwasser auszufahren. Somit konnte Chris mit mir ein bisschen den Ort Port Macquaire erkunden. Bei unserem Rundgang marschierten wir auch den Breakwater von der Flußeinfahrt hoch, um zu sehen ob die hohen Wellen inzwischen kleiner geworden waren. Die Steine von dem Breackwater in Port Maquaire sind total bunt und bekannt für seine meist von Touristen angemalten Felsbrocken. Wir schauten zur Sicherheit auch noch bei Marine Rescue vorbei um uns zu erkundigen, ob die Ausfahrt am Nachmittag möglich wäre. Da der hereinrollende Swell sich stark verkleinert hatte und die Marine Rescue nicht vehement gegen eine Ausfahrt protestierte, stand für uns fest, dass wir gegen 16 Uhr an diesem Tag in See stechen werden. Punkt 4 pm standen wir an der Ausfahrt und motorten dem heranrauschenden Swell entgegen, dabei hatten wir Glück, dass teilweise die immer noch hohen Wellen erst hinter uns brachen, nicht auszudenken wenn wir 12 Stunden vorher bei noch viel höheren Wellen und ohne Sicht versucht hätten hier raus zu fahren!! Nachdem die Que Mas sich durch den gefährlichen Swell gekämpft hatte, wurde die See wesentlich friedlicher, wir setzten das Groß und den alten Code Zero aus dünnem Tuch, weil laut Wettervorhersage der Wind immer mehr abnehmen sollte. Als wir die Segel gesetzt hatten, konnten wir uns reinsetzten und die Que Mas bei 11 Knoten Wind und einem Speed von 7 Knoten ihre Arbeit verrichten lassen. Wir hatten es uns gerade im Salon gemütlich gemacht da gab es plötzlich einen Knall und der Code Zero hing nur noch schlaff in den Seilen. Was war geschehen? Der Code Zero war am Segelkopf gerissen und deshalb war das komplette Segel nach unten verrutscht. Damit uns der in die Jahre gekommene Code Zero nicht total zerfetzt, mussten wir so schnell wie möglich das kaputte Segel bergen. Nachdem Chris, so gut es ging, mit der Furlingleine den Code Zero eingerollt hatte, mussten wir ihn schnell am Spifall herunter lassen und den traurigen Restbestand ins Cockpit befördern. Gezwungenermaßen segelten wir jetzt mit der Genua etwas langsamer über die Nacht in Richtung Coffs Harbour weiter, wo wir in der Morgendämmerung die Hafeneinfahrt erreichten. Obwohl die Marina von Coffs Harbour ab 8:30 Uhr geöffnet sein sollte, mussten wir die Que Mas erstmal an einem Kopfsteg legen, bis um kurz vor neun endlich das Büro der Marina besetzt war, wir unsere  Liegeplatznummer bekamen und an unserem vorgesehenen Liegeplatz anlegen konnten. Hier in der Marina hatten wir die Möglichkeit, die kaputte Mikrowelle und das Altöl zu entsorgen. Außerdem konnten wir hier auch gut unsere dreckige Wäsche waschen. Da zwischendurch auch noch das vordere Befestigungsseil vom Trampolinnetz gerissen war, zog Chris dort eine neues Seil ein, mit dem neu eingezogenen Seil konnten ich im Dinghy stehend vom Wasser aus und Chris von oben das Netz am Crossbeam wieder gut verspannen. Am Sonntag den 12. Juli ging es mit dem Bus ins Städtchen um noch einige Lebensmittel für unseren nächsten Törnabschnitt bis Iluka einzukaufen. Um 16:30 Uhr hieß es dann in der Coffs Harbour Marina !Leinen los!, bei angenehm ruhiger See verließen wir Coffs Harbour und hatten einen entspannten Nachttrip bis zum Örtchen Iluka im Clarence River, wo wir von einer Breakwall geschützten Bucht unseren Anker in den weichen Schlamm versinken ließen und so sicher die Nacht verbringen konnten. Schon am nächsten Tag lösten wir um 7 Uhr unser Eisen aus dem matschigen Ankergrund und fuhren aus dem Clarence River zu dem 100 Seemeilen entfernten Southport an der Goldcoast, wo ich vor gut einem halben Jahr mit Jo aus Neu Kaledonien in Australien angekommen war (hier zu lesen). Unterwegs sahen wir viele Humpback Wale die für ihre Paarung von der Antarktis in den tropischen Äquatorgürtel zogen. Nach einer sehr windarmen Tag- und Nachtfahrt erreichten wir am Morgen die Einfahrt von dem beliebten Urlaubsort Southport und ankerten in der langgezogenen Mündung des Nerang River, dem Southport Broadwater.

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