1 Woche Notstop in Puerto Madryn

14.11.So. Nach dem anstrengenden Törn von Necochea nach Puerto Madryn, hatte ich für meine Verhältnisse sensationell geschlafen. Nach dem Frühstück lies ich es erstmal ruhig angehen, arbeitete ein bisschen am Computer und stellte meinen Bericht über Necochea ins Netz. Gegen 11 Uhr rief ich Tommi an und wir verabredeten, dass ich die Beiden gegen 14:30 Uhr mit dem Dingi von der Mon Bijou hole und wir zur Prefectura gehen um uns anzumelden. Heute war Sonntag, weswegen unsere Anmeldung bei der Prefectura besonders schwierig war, die Leute bei der Prefectura bemühten sich, obwohl Sonntag war, darum einen Beamten der Immigration und einen Mitarbeiter des Gesundheittsamts in ihr Office zu bestellen, natürlich dauerte es einige Zeit bis alle da waren, doch war nach circa 3 Stunden war alles erledigt und wir konnte wieder gehen. Danach wollten wir beim Club Nautico Atlantico Sud vorbeischauen der Sonntags leider geschlossen war. Inzwischen war es schon kurz vor 17:30 Uhr und wir waren heftig unterhopft, das nächste Bistro sollte angelaufen werden, doch es war nicht leicht ein offenes Lokal zu finden. In einem Shoppingcenter wurden wir fündig, endlich konnten wir ein Bierchen trinken, dachten wir jedenfalls, doch der Kellner machte uns klar, dass keine Kneipe, wegen der heutigen Wahlen in Argentinien Alkohol ausschenken darf und er deshalb kein Bier ausgeben darf. Also gab es Cola und Tonic Water, nach unseren Getränken schauten wir uns noch ein wenig im Städtchen um und nahmen unser Abendessen im Náutico Bistró de Mar, das uns mein Bruder Fränki zu Hause ergoogelt hatte, ein. Danke Fränki, war ein guter Tipp! Gegen 23 Uhr fuhren wir vom Strand über ruhiges Wasser zu unseren Booten zurück.
15.11. Mo. Nach einem ausgiebigem Frühstück setzte ich mich wieder mal an den Mac um die Rechtschreibfehler in den letzten beiden Blogeinträgen zu korrigieren. Um 11 Uhr schnappte ich mir drei Fläschchen Corona mit ner Zitrone und fuhr rüber zu meinen Eidgenossen um mit Ihnen angemessen den Tag zu begrüßen, das Wetter war heute etwas durchwachsen. Nach unserem 11 Uhr Bierchen bauten wir mal wieder das kaputte Lenkgetriebe der Mon Bijou aus, diesmal hatten wir es Ruck Zuck demontiert. Tommi hatte durch seine Kontakte einen Mechaniker in Madryn gefunden, der sich das Teil mal genauer anschauen wollte, um zu sehen ob da noch was zu reparieren ist. Wieder fuhren wir rüber an den Strand, es war garnicht so leicht mit dem Dingi an den Strand zu kommen, die hohen Gummistiefel von Tommi reichten so gerade aus um trockenen Fusses das Dingi an Land zu ziehen. Aber das war noch nicht alles, jetzt mussten wir das Dingi etwa 50 Meter durch die matschigen Kelppflanzen ziehen, bis wir an eine Stelle kamen, wo das Hochwasser nicht hinreichte, meine tollen Dingiräder erleichterten diese Aktion enorm. Während Res mit mir zur Telefongesellschaft Claro ging weil noch irgendetwas mit unseren Prepaidkarten nicht stimmte, wanderte Tommi mit dem Lenkgetriebe in den Club Nautico Atlantico Sud wo er den Mechaniker traf um mit Ihm zu seiner Werkstatt zu fahren. Um 17:30 Uhr trafen wir uns alle wieder um mit dem Dingi zurück zu unseren ankernden Schiffen zu fahren. Doch leider hatte der Südwind in der Zwischenzeit ganz schön an Fahrt aufgenommen und wehte mit 20 Knoten, wodurch sich die Wellen etwas aufgebaut hatten.Wir zogen das Dingi an eine Stelle wo die Wellen nicht so hoch auf den Strand zukamen, jetzt musste alles zügig gehen, Dingi reinschieben, alle ins Dingi springen und mit den Paddeln schnell aus den herlaufenden Wellen paddeln, Aussenborder runter, anschmeißen und los. Bis zur Mon Bijou konnten wir noch einigermaßen quer zu den Wellen fahren, aber ich musste von der Mon Bijou bis zur Que Mas mit dem kleinen Dingi voll gegen die ankommenden Wellen kämpfen, als ich den auf und ab schaukelnden Katamaran erreicht hatte, schaffte ich es nur mit Müh und Not vom Dingi auf meinem Kat zu klettern, schnell zog ich das Dingi an den Davits hoch, damit es bei der Schaukelei nicht beschädigt wurde. Eigentlich wollten wir heute Abend gemeinsam zu Abend essen, doch wegen der schlechten Bedingungen rief ich Tommi an und sagte Ihm, dass es mir unter diesen Umständen lieber wäre, das Essen auf Morgen zu vertagen, Tommi hatte vollstes Verständnis für meine Entscheidung. Bei mir gab es dann Kartoffelchips mit Bier zum Abendessen 😣. Durch die Wellen schaukelte der Kat hoch und runter, auf und ab, hin und her, wie auf einer Schiffschaukel, auf dem Jahrmarkt hätte man viel dafür bezahlen müssen aber hier war das echt unangenehm. Im Liegen war das noch am Besten zu ertragen, weshalb ich an diesem Abend früh ins Bett ging.
16.11. Di. Als ich am Dienstagmorgen aus dem Fenster schaute, hatte an dem Anleger für die Kreuzfahrtschiffe das Expiditionsschiff World Navigator angelegt, welches am 19.11. in Ushuaia seine 196 Gäste an Bord nimmt um mit Ihnen über die Drake Street in die Antarktis zu fahren. Hier in Madryn kommt anscheinend die Besatzung an Bord und das Schiff wird mit den benötigen Lebensmitteln für die Gäste versorgt. Nach einem Morgenmüsli besuchte ich am Vormittag die Jungens auf der Mon Bijou, die mal wieder ein kleines Problemchen hatten, diesmal fiel ihre Brauchwasserpumpe aus. Doch es war zum Glück nur ein kleines Relais was seinen Geist aufgegeben hatte, nach dem ein Ersatzrelais gefunden und ausgetauscht worden war, konnte wieder abgewaschen werden. Heute wollten wir eigentlich wieder an Land gehen, weil noch so einige Sachen zu erledigen waren, doch Wind und Wellen nahmen dermaßen zu, dass wir auf einen Landgang verzichten mussten. Das war auch der Grund weshalb ich bald wieder mit dem Dingi zur Que Mas zurück fuhr, damit ich noch ohne Probleme vom Dingi auf den Kat kam. Mittags brutzelte ich mir eine Tortilla und beschäftigte mich danach mit dem Thema Wettervorhersage, dass ja hier in den Roaming Forties immer wichtiger wird. Außerdem fielen mir noch einige Dinge ein, die ich mir noch als Ersatzteil hinlegen wollte und bestellte Sie im Internet. Mittlerweile hatten der Wind und die Wellen so zugenommen, dass der Katamaran wieder unangenehm hoch und runter schaukelte. Trotz der Schaukelei machte ich mir zum Abendessen eine Spaghetti Pesto und zog mir noch vor dem schlafen gehen einen Film rein.
17.11. Mi. Die ganze Nacht hatte es geschaukelt, doch als ich morgens aufwachte hatte sich das Meer beruhigt und es gab schönes Wetter mit Sonnenschein. Bei den Bedingungen machte ich mich direkt daran den Keilriemen von meinem Backbordmotor auszutauschen. Kurze Zeit später rief Tommi an, er hatte die Nachricht, dass sein Lenkgetriebe fertig sei und gegen 17 Uhr abgeholt werden könnte. Da das Meer relativ ruhig war fuhren wir am Vormittag rüber zum Strand, als Erstes brachten wir die dreckige Wäsche von Res und Tommi in eine Wäscherei. Die meiste Geschäfte hatten hier von 12 bis 17 Uhr Mittagspause weshalb wir nichts anders machen konnten als uns in einem Bistro und anschließend in einer Strandbar die Zeit zu vertreiben. Um 17 Uhr trafen wir Daniel, der mit uns zum Mechaniker Felix fuhr wo wir das reparierte Lenkgetriebe von der Mon Bijou abholten, Daniel fuhr mit uns weiter in eine Ferreteria, dort kauften wir 10 mm Kettenvorläufer für unsere Zweitanker. Bevor wir uns von Daniel endgültig verabschieden mussten, tranken wir in einer Kneipe noch ein Bierchen mit Ihm. Nach der Verabschiedung von Daniel fuhr ich mit Tommi zurück zur Mon Bijou, Res unser Smutje lies uns im Stich weil er in der Stadt was Besseres vorhatte als mit uns gemeinsam zu essen. Mit vorgekochtem Gemüse und Kartoffeln fuhren wir auf die Que Mas, wo wir diesmal nur zu Zweit gemeinsam, es gab Püree mit Zuchinigemüse und Schweinebraten, zu Abend aßen. Trotz dem Fehlen unseres Smutjes hatte uns das Essen gemundet. Nach dem Abwasch fuhr ich Tommi schnell noch zu seinem Schiff und legte mich danach direkt in meine Koje.
18.11. Do. Der letzte Tag in Puerto Madryn war angebrochen, morgen früh geht es weiter in den Süden. Nach einem Morgenmüsli packte ich alle Papiere für die Prefectura ein und fuhr ziemlich früh zur Mon Bijou rüber, weil ich mit Tommi das Lenkgetriebe was wir gestern vom Mechaniker Felix abgeholt haben einzubauen. Jetzt wo wir die Gearbox schon mehrmals ein- und ausgebaut hatten, war Sie Ruckzuck eingebaut. Jetzt kam die Zeit der Bewährung, das Lenkgetriebe muss unter Last funktioniern, Tommi drehte oben am Steuer und ich brachte mit meinem Fuß Druck auf dem Lenkhebel des Getriebes, Ratsch, die Zähne packten nicht und ich konnte den Hebel einfach mit der Hand hin und her bewegen, so ein Mist , die ganze Reparatur hat nix gebracht. Jetzt war klar Tommi musste auf jeden Fall eine neue Gearbox bestellen, was er dann auch direkt tat. Als er mit der Bestellung im Internet fertig war, fuhren wir mit dem Dingi an Land, wir wollten ja noch so Einiges erledigen. Zuerst wollten wir uns bei der Prefectura abmelden, doch die schickten uns erstmal zur Immigration. Auf der Immigration war glücklicherweise genau der Mitarbeiter der uns auch eingecheckt hatte. Er cancelte in unseren Reisepässen die Ausreisestempel aus Argentinien, sodass unsere Einreise in Necochea am 28.10.21 wieder Gültigkeit hatte. Inzwischen hatten wir Res getroffen und gingen alle gemeinsam im Restaurant Malum Mittagessen. Nach dem Essen mussten wir noch einige Dinge besorgen. Tommi versuchte erfolglos ein Barometer zu finden, in einem Outdoorshop fanden Res und ich dicke Socken, die wir bestimmt in Patagonien gebrauchen können. Der Outdoorshop hatte sehr schöne Kalebassen, daraus wird der für Südamerika typische Matetee getrunken. Mir fiel eine mit braunem Leder ummantelte Kalebasse ins Auge, die dazu passende Bombilla, das ist das dazugehörige Trinkröhrchen, kaufte ich direkt dazu. Da wir sowieso noch in den Supermarkt mussten, nahm ich von dort noch den zu meinem erworbenen Equipment passenden Matetee mit. Die letzte Amtshandlung in Madryn war nun sich noch von der Prefectura abzumelden, mittlerweile ist unser Verhältnis zur hiesigen Prefectura sehr freundschaftlich, sodass uns diesmal das Ausklarieren sogar Spaß gemacht. Nach der Prefectura fuhren wir mit dem Dingi zurück zu unseren Segelbooten. Sicherheitshalber machte ich schnell noch das 1. Reff ins Groß, wir wollen ja Morgen schon um sechs Uhr los.

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