Endlich wird weiter gesegelt ⛵️

Es hat dann doch einen Monat länger als erwartet gebraucht bis alle notwendigen Arbeiten an meinem Katamaran gemacht worden waren. Doch um 11 Uhr am Dienstag den 30. Juni, dem letzten Tag des Monats Juni, konnten Chris und ich die Leinen an der Mooringboje in der Elvina Bay, wo die Que Mas über ein halbes Jahr gelegen hatte, endlich losmachen und von Pittwater in Richtung Sydney aufbrechen. Da der richtige Wind fehlte, motorten wir mit Unterstützung des Ost-Australsstroms die Ostküste runter und passierten alle Küstenorte, die wir sonst immer mit dem Bus nach Sydney durchfahren hatten. Nacheinander gleiteten wir an Mona Vale, Narabeen, Dee Why und Manly Beach vorbei, bevor wir die Einfahrt von Sydney Harbour gegen 15 Uhr erreichten. Es war schon ein bombastisches Gefühl in das riesige Hafenbecken von Sydney Harbour einzufahren. Nach der langen Einfahrt tauchte so langsam die Skyline von Sydney auf, das absolute Highlight war natürlich die Vorbeifahrt an der Oper und die Durchfahrt unter der Harbourbridge, wo ich letztes Jahr im Dezember noch den Bridge Climb über die Brücke gemacht hatte (guckst Du). Hinter der Harbour Bridge ging die Fahrt weiter in Richtung Darling Harbour durch die Johnstons Bay unter der Anzac Bridge hindurch in die Blackwattle Bay wo wir in der Nähe des neuen Fischmarkts von Sydney unseren Anker gegen 16 Uhr fallen ließen. Hier ankerte auch die Sea Bass mit Liliane und Franko, die ich mit Jo letztes Jahr im Tweed River kennengelernt hatte (kannst Du hier lesen). Leider ist Liliane in Sydney operiert worden, weshalb die Beiden lange in Sydney bleiben mussten. Den Tag nach unserer Ankunft kam Chris mit seiner alten Bekannten „Andrea” auf die Que Mas und am Abend hatten wir ein Essen in der Lord Nelson Brewery mit den Österreichern Sarah und Stephan, die ich bei meiner Campervan Tour in Tasmanien kennengelernt hatte. Am zweiten Tag in Sydney fanden wir zufällig in einem Einkaufszentrum die Mikrowelle mit Airfryer, die ich schon länger gesucht hatte. Am Nachmittag trafen wir dann noch Richie und Ray, die im letzten Jahr noch in Fidschi rumgesegelt waren und jetzt in Sydney sind. Nach einem gemeinsamen Pizzaessen verabschiedeten wir uns und fuhren mit dem Bus zurück zur Que Mas. Am frühen Freitagmorgen Punkt 3 Uhr brachen wir aus dem Hafenbecken von Sydney nach Newcastle auf und sind zu der nachtschlafenden Zeit bis zur Ausfahrt keinem einzigen Schiff begegnet. Als wir auf das offene Meer hinaus fuhren, mussten wir leider feststellen, dass der Windwinkel nicht optimal war um Newcastle direkt anzusteuern, um wenigstens einigermaßen in die richtige Richtung zu kommen, mussten wir mit Motorhilfe sehr hart am Wind gegen die Welle anbolzen, nicht schön! Als wir uns 10 sm von der Küste entfernt hatten, war es Zeit für eine Wende um wieder etwas näher an die Küste zu kommen. Jetzt hatten wir noch 45 sm bis Newcastle, doch die hatten es in sich. Der Wind pegelte sich auf 20 bis 22 Knoten ein, doch das Problem waren die starken Böen die teilweise über die 30 Knoten Marke schoßen. Es blieb uns nichts anderes übrig als die Segel zu reffen, als Chris vorne am Mast den Reffhaken vom ersten Reff einhängen wollte, wehte der starke Wind ihm die schöne Merinomütze von seinem Kopf ins Meer. Nachdem wir eingerefft hatten, lief die Que Mas wieder etwas ruhiger durch die Wellen. Plötzlich tauchte nur 30 Meter neben uns an Steuerbord ein Wal auf, ganz deutlich kam seine Rückenflosse aus dem Wasser. Nach der Begegnung mit dem Wal hatten wir ungefähr noch 15 sm bis zur Hafeneinfahrt nach Newcastle, mit einem Schnitt von 7,5 Knoten erreichten wir nach 2 Stunden die Einfahrt. Da Newcastle der größte Kohlehafen der Welt ist und dort laufend gewaltige Schiffe ein- und auslaufen, musste ich den Newcastle Vessel Traffic Service anfunken um die Freigabe für die Einfahrt zu bekommen. Der Hafenmeister gab mir zuerst die Freigabe nicht, doch als ich Ihm erklärte, dass ich in die Honeysuckle Marina wollte, gab er mir die Freigabe unter der Bedingung, dass ich nicht in den nördlichen Kanal einfahren sollte. Da ich nicht wußte was er damit meinte, fuhr ich über den ganz normalen Tonnenstrich nach Newcastle ein, bis ich plötzlich ein lautes Tröööt von der Seite hörte, aus einem Seitenkanal kam ein riesiger Tanker mit drei Schleppern von Steuerbord auf mich zu. Ganz schnell drehte ich meine Motoren hoch und änderte meinen Kurs stark Backbord, sodass der riesige Frachter ungehindert in den Tonnenstrich der Ausfahrt einbiegen konnte. Jetzt war mir auch klar was der Hafenmeister mit nördlicher Einfahrt meinte. Kurz nach diesem Manöver erreichten wir kurz vor Sonnenuntergang die Honeysuckle Marina wo wir den Liegeplatz mit der Nummer 5 gebucht hatten, doch was war das?, der Liegeplatz war mit einem Segelboot besetzt, zum Glück war die Marina nicht voll belegt und so konnten wir stattdessen auf dem Liegeplatz Nummer 4 anlegen. Es stellte sich heraus, dass der Segler unseren Platz besetzt hatte, weil er wegen dem starken Wind nicht die Fähigkeit hatte, an seinem gebuchten Liegeplatz mit der Nummer 4 anzulegen. Jetzt gab es erstmal ein Anlegerbier 🍻 und zum Abendessen eine fette Portion Spaghetti 🍝.

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