Vom Walhai zum Kommodo-Waran

Als ich am Mittwochmorgen auf dem Ankerplatz in Labuan Jambu schon die Hälfte der Ankerkette hoch geholt hatte, viel mir plötzlich ein, dass ich eigentlich mal die Ankerkette mit Süßwasser abwaschen wollte. Das Meer war total ruhig und es wehte kein Lüftchen, also ideale Bedingungen um die Ankerkette mal komplett abzuwaschen. Bei den Bedingungen konnte ich problemlos die kompletten 100 Meter Kette heraus lassen, die letzten zehn Meter der Kette waren allerdings total verdreht, bevor ich die letzten Meter der Ankerkette auslassen konnte, musste die Kette von der Torsion befreit werden. Beim Einholen wurde die Kette von mir auf der ganzen Länge mit Süßwasser abgespült. Nachdem das geschafft war, konnte es nun endlich durch die große Saleh Bucht zum nächsten Ankerplatz Nanga Miro gehen, im unteren Teil der Bucht passierte ich anfangs noch mehrere Bagan-Fischerboote, was aber je weiter ich zur Ausfahrt der Saleh Bucht kam, merklich weniger wurde. Gegen 15 Uhr hatte ich die Nanga Miro Bucht erreicht und ankerte genau an der gleichen Stelle wo ich schon 4 Tage zuvor geankert hatte. Den Nachmittag ging ich noch einmal im Sofanda Resort im Pool schwimmen und genehmigte mir dort am Abend ein Chicken-Curry mit Reis. Bis in die Nähe von  Kommodo hatte ich für die nächsten Tage zwei längere Schläge geplant, der erste Schlag ging von Nanga Miro zum Ankerplatz nach Kiwu NE in der Nähe des Kaps Tanjung Kilo. Auf dieser Strecke kam eine größere Gruppe aus dem Wasser springenden Delfinen vorbei und ich hatte einige Begegnungen mit aufgeregten Fischern die Angst um ihre Fischernetze hatten. Gegen 16 Uhr nach 45 sm erreichte ich den Ankerplatz, so hatte ich noch genügend Zeit, mich an die letzten Reinigungsarbeiten am Unterwasserschiff zu begeben, nur noch die Kiele mussten vom Bewuchs befreit werden, danach hatte die Que Mas wieder ein komplett sauberes Unterteil. Als ich am Abend mein fast tägliches Gespräch mit meiner Schwester Susanne hatte, schmerzte plötzlich meine Schulter, mein erster Gedanke war ein Sonnenbrand, doch als ich im Spiegel mir die Sache genauer betrachtete, entwickelte sich an meiner Schulter eine bakterielle Entzündung. Ich hatte höchstwahrscheinlich beim Tauchen eine Qualle mit der Schulter gestreift und das war jetzt das Ergebnis. Ich versuchte es erst mit einer Salbe gegen Entzündungen, doch das half nicht wirklich. Weil ich bis zu meinem nächsten Stopp auf der Gili Banta vom Kap Tanjung Kilo fast 60 sm vor der Brust hatte, ging es am Freitagmorgen schon um 6 Uhr in der Früh los. Während meiner Tour nach Gili Banta zum Strand von Leku Tiran, rötete sich die Haut um meiner Wunde an der Schulter immer mehr, es wurde gar so schlimm, dass ich meinen neuseeländischen Freund Tommy anrief, dessen Frau Sarah eine Ärztin war, ich fragte Sie ob ich in dieser Situation Antibiotika nehmen sollte. Sie empfahl mir lieber Antibiotika zu nehmen, was ich zum Glück in meiner Reiseapotheke hatte, direkt fing ich mit der Medikation an. Bis zu meinem Tagesziel waren es immer noch 40 sm und wieder hatten mich zwei Fischerboote um ihre ausgelegten Netze umgeleitet. Als ich in Richtung der Vulkaninsel Sangeang fuhr, frischte der Gegenwind so stark auf, dass ich beide Motoren auf 2000 Touren laufen lassen musste, damit ich meine Durchschnittsgeschwindigkeit von 5 kn halten konnte. Erst als ich in Höhe der Vulkaninsel war und nach Gili Banta abbiegen konnte, hatte der Wind wieder abgenommen, so konnte ich wieder nur mit einem Motor weiterfahren. Von der Abbiegung bis zu meinem Ankerplatz waren es jetzt noch circa 20 sm, nach dreieinhalb Stunden ziemlich exakt um 17 Uhr fuhr ich langsam auf den Strand von Leku Tiran zu und beobachtete genau die Wassertiefe. Die automatisch angelegte Route von Navonics wollte mich knapp an den rechten Felsen zum Strand führen, doch ich dachte mir das es mittig zum Strand etwas tiefer ist, doch dann hatte ich plötzlich von 10 Meter Tiefe nur 4 m, 3m, 2m schnell versuchte ich den Kat mit volle Pulle rückwärts zu stoppen, ich war genau über ein Riff gefahren, vorsichtig versuchte ich von dem Riff wegzukommen und navigierte die Que Mas wieder zurück auf die vorgegebene Route, wo ich besser von Anfang an geblieben wäre. Na, das ist ja nochmal einigermaßen gut gegangen! Auf der empfohlenen Route von Navionics konnte ich jetzt tatsächlich bis auf 50 Meter zum Strand vorfahren und meinen Anker auf 2,5 Meter Wassertiefe im Sand versenken, hier lag ich jetzt weit genug entfernt von den am Rand liegenden Riffs. Morgen werde ich dann endgültig auf einem Ankerplatz in Kommodo landen.

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