- Behausung der Walfänger
- Fährdienst zu den Koalas
- Ist er nicht süüüüß 🐨!
- Stille am Gippsland Lake
Weil es Sonntags den 8. März, den zweiten Tag auf dem Hipcamp, fast ununterbrochen regnete, hatte ich mich ja mit dem verfassen des letzten Berichtes beschäftigt. Weil mich meine netten Campernachbarn für diesen Abend zum Abendessen eingeladen hatten, fuhr ich am Nachmittag, nachdem der Bericht online war, schnell noch zum Supermarkt nach Merimbula um ein Gastgeschenk zu besorgen. Da der Supermarkt schon Osterhasen im Angebot hatte, packte ich für Emily, Rich und die beiden Hunde jeweils einen Schokoladenhasen 🐇🐇🐇🐇 ein, außerdem dachte ich das ein Sixpack Bier auch nicht so schlecht wäre. Gegen 18:30 Uhr ging ich zu Emily und Rich rüber, die mich mit Lachs einen lecker angemachten Salat und frischen Austern überraschten, delikatiöus! Der einzige Wermutstropfen war das schlechte Wetter, Emily bemühte sich redlich das Feuer in der Feuerschale am brennen zu halten, doch der Regen machte ihr da einen ordentlichen Strich durch die Rechnung. Weil es nach einiger Zeit richtig ungemütlich wurde, lösten wir unsere Essensrunde auf und ich musste mich von meinen reizenden Gastgebern verabschieden, weil Emily und Rich ganz sicher noch schlafen, wenn ich am nächsten Morgen aufbrechen werde. Und so war es dann auch, als ich um 9:30 Uhr vom Platz fuhr, regte sich bei Emily und Rich noch nichts. Nach einer halben Stunde kam ich bei meinem nächsten Ziel, dem Küstenörtchen Eden, an. Hier musste man unbedingt das Eden Killerwal Museum gesehen haben. Das Zentrum des Museums ist das ausgestellte Skelett eines alten Killerwales mit dem Namen „Old Tom” (siehe Titelbild). Als der Walfang im 19. Jahrhundert noch voll im Gange war, sind die Walfänger eine Allianz mit den Killerwalen eingegangen. Damit die Walfänger die Wale leicht harpunieren konnten, hatten die Killerwale mit dem Rudelführer „Old Tom” die Walherden in die vor Eden liegende große Bucht „Twofold Bay” getrieben. Ein stilles Gesetz war, dass als Lohn die Killerwale die Zungen und Lippen der erlegten Wale zu fressen bekamen. Nach dem ausgedehnten Museumsbesuch erkundete ich noch die Umgebung von Eden mit dem Rad, was ganz schön anstrengend bei den steil ansteigenden Straßen in Eden war. Da die eigentliche Walfängerstation und der „Boyds Tower” auf der anderen Seite der riesigen Bucht „Twofold Bay” waren, musste ich mit dem Camper von Eden aus nochmal 30 km fahren, um diese historische Stätten besichtigen zu können. Am späten Nachmittag fuhr ich zu meiner nächsten Übernachtungsmöglichkeit, dem 100 km entfernten ausgedientem Campingplatz am Cann River Rainforest, der jetzt als freier Campingplatz ausgewiesen war. Als ich dort um 18 Uhr ankam, war der Platz schon ziemlich gefüllt, aber einige Plätzchen waren noch übrig. Nach einer ruhigen Nacht fuhr ich am Morgen circa 100 km weiter bis zum Städtchen Lakes Entrance. Hier hatte ich vor über die Cunninghame Arm Foot Bridge mit dem Rad den Hummocks Walk zu befahren, von wegen befahren, der Weg war sehr schmal, sandig und mit vielem störenden Wurzelwerk und zu allem Ungemach kam noch dazu das es laufend Treppenstufen hoch und runter gab, wo ich das Rad tragen musste. Im Endeffekt war es eigentlich logisch, dass ich mich bei dieser Konstellation kopfüber auf die Fr… legen musste. Zum Glück landete ich im Sand und hatte nur Abschürfungen am Arm. Nach diesem nicht Fahrrad tauglichem Walk, suchte ich mir nur noch asphaltierte Wege in Lakes Entrance aus, machte noch den Eastern Beach Walking Track und fuhr kurz nach Mittag weiter zu dem beschaulichen Ort Metung, natürlich schwang ich mich auch hier auf mein Rad, doch plötzlich hakte das rechte Pedal und machte komische Knackgeräusche, irgendetwas stimmte da nicht, das Pedallager hatte die Grätsche gemacht. Ich konnte noch gerade so zurück zum Camper radeln, packte das Rad ein und fuhr erstmal zu dem Campingplatz den ich schon morgens reserviert hatte und wo ich spätestens vor 16 Uhr einchecken musste. Über Google Maps schaute ich ob es in der Nähe ein Fahrradgeschäft gab, wo ich eventuell neue Fahrradpedale bekam. Nur 10 km entfernt in der größeren Stadt Bairnsdale wurde ich fündig. Dort gab es einen sehr gut ausgestatten Bike Shop, die nicht nur die passenden Klapppedale hatten und diese auch noch direkt montierten. Das Ganze kostete nur schlappe 30 AUD das war perfekt! Zurück am Lake King Waterftont Holiday Park genehmigte ich mir nach drei Tagen Abstinenz erstmal eine Dusche und nahm die Gelegenheit wahr, meine dreckige Wäsche zu waschen. Der Caravanpark ist nur 5km von der Insel Raymond Island, die auch als Koala Island bekannt ist, entfernt. Am nächsten Morgen machte ich mich nach einem Müslifrühstück mit dem Rad auf und fuhr zur Fähre die einem auf die Insel, für Fußgänger und Fahrräder sogar umsonst, übersetzen konnte. Direkt bei der Landung auf der Insel saß auf dem ersten Baum ein Koalabärchen und schlief in einer Astgabel. Da die Insel nur 6 km breit und 7 km lang war, fuhr ich fast jede Ecke des Eilands ab, teilweise über schwer befahrbare sandige Wege, dabei hatte ich noch 3 Koalas in den Eukalyptusbäumen entdeckt und nach fast vier Stunden rumradeln kam ich wieder an der Fähre an. Weil ich nach der anstrengenden Fahrradtour auf Raymond Island komplett unterhopft war, genehmigte ich mir in einem Pub in Paynesville zwei kühle Kaltschalen bevor es zurück zum Caravanpark ging. Morgen werde ich wahrscheinlich dann die restliche Strecke von 350 km bis Melbourne über die A1 fahren, weil es zwischendurch nicht mehr soviel Interessantes auf der Strecke zu sehen gibt.



