Zugfahrt, Boot-River-Tour und Laientheater

Nach meiner gestrigen ersten Erkundung von Strahan, musste ich heute Morgen, es war Freitag der 20. März, um 9 Uhr an der Bahnstation „Regatta Point Station” in Strahan sein, um mit dem „Wilderness West Coast Railway Express” entlang der Ufer des Macquarie Harbour und des Kings Rivers den Regenwald bis zu den Cryptic Falls zu durchqueren. Leider erfüllte diese historische Bahnfahrt nicht ganz meine Vorstellungen, was aber hauptsächlich daran lag, dass ich die englischen Erläuterungen der Reisebegleiter nicht richtig verstand und der kryptische Wasserfall durch das trockene Wetter nur ein kleines Rinnsal war. Um 13:30 Uhr war der Zug am Ausgangspunkt zurück und ich radelte vom Bahnhof direkt zu den Hogarth Falls, die das kryptische Rinnsal vergessen ließen. Am darauf folgenden Tag ging es für mich schon sehr früh (8:30 Uhr) mit der „Spirit of the Wild”, einem großen Motorkatamaran, auf die sehr populäre Gordon River Cruising Tour, die mich alles andere als enttäuscht hatte. Die Fahrt hatte drei besondere Höhepunkte, der Erste war die enge und gefährliche Ausfahrt aus dem Macquarie Harbour in den südlichen Ozean, die Ausfahrt hat nur eine Breite von 82 Metern und wird deswegen auch als „Hells Gate” bezeichnet. Bei uns war das Meer sehr ruhig und deshalb die Aus- und Einfahrt kein Problem. Weiter ging die Tour in der riesigen Bucht des Macquarie Harbour an einigen Seelachs-Fischzuchtbecken, den wir übrigens beim späteren Buffet serviert bekamen, vorbei. Vom Macquarie Harbour gleitete der Kat mit seinem Hybridantrieb in den spiegelglatten Gordon River, der sich gemächlich durch den wilden Regenwald schlängelt. Den Wendepunkt unserer Tour durch den Gordon River, war ein Spaziergang über erhöhte Holtzstege durch den Regenwald. Langsam gleitet der Kat durch das spiegelglatte Wasser zurück in den Macquarie Harbour wo der dritte Höhepunkt auf Sarah Island auf uns wartete. Hie wurde uns von speziell ausgebildeten Guides die Geschichte von der Strafgefangeninsel näher gebracht. Die Insel war als berüchtigte Strafkolonie von 1822 – 1833 als „Hölle auf Erden” gefürchtet, wo die Kettensträflinge ausgepeitscht wurden und schwere Holzfällerarbeiten im Regenwald ausführen mussten. Gleichzeitig war dies Strafkolonie eine produktive Werft auf der 115 Schiffe gebaut wurden. Das letzte auf der Insel gebaute Schiff, die „Frederick”, wurde von einer Gruppe Sträflingen gekapert und bis nach Valparaiso in Chile gesegelt. Von dieser Geschichte handelt übrigens das Laientheaterstück „The Ship what never was” in das ich an diesem Abend noch gehen werde. Auf der Rückfahrt von Sarah Island nach Strahan hatte ich mich im Führerhaus zu dem Kapitän der „Spirit of the Wild” gesellt und mit Ihm noch ein wenig gefachsimpelt. Alles in allem hat mir diese Tour sehr gut gefallen!👍🏼 Am Abend schaute ich mir das Laienstück „The Ship what never was” an, das trotz meiner begrenzten Englischkenntnisse sehr lustig war, weil bei der Aufführung die Zuschauer mit in das Stück integriert und auf die Schippe genommen wurden. Mit dem Laientheater endete mein Aufenthalt in Strahan und schon um 7 Uhr des nächsten Morgens brach ich zum 130 km entfernten Lake St, Clair auf. In dem Nationalpark Lake St. Clair wanderte ich über den Watersmeet Walk und den Platypus Bay Circuit, dort ließen sich zwei Wallabies blicken und mir begegnete zum ersten Mal auf dem Weg eine schwarze Kreuzotter, die sich allerdings schnell verkroch. Direkt in der Nähe vom Lake St. Clair ist die drei Meter hohe und hundert Meter lange Kunstinstallation aus Huon Kiefernholz „The Wall in the Wilderness” des Künstlers Greg Duncan, der in aufwendiger Schnitzerei hier die lokale Geschichte der Ureinwohner, Siedler und die Entwicklung des Industriezeitalters bildlich darzustellen versucht. Von hier aus ging meine Fahrt am Nachmittag weiter in Richtung Glenorchy zu meinem vorgebuchten Stellplatz. Von hier aus waren es nur 8 km bis zur Innenstadt von Hobart, von wo aus ich meine nächste vorgebuchte Tour, Port Arthur, Richmond und Tasman Peninsula am nächsten Tag machen werde. Um 6 Uhr morgens klingelte der Wecker weil die Port Arthur Tour um 7:25 Uhr von Hobart aus starten sollte. Ich hatte mir schon am Tag davor einen passenden Parkplatz, wo ich einigermaßen günstig den ganzen Tag parken konnte, ausgeguckt. Doch als ich um kurz vor 7 Uhr dort ankam, waren alle günstigen Parkplätze besetzt, jetzt war guter Rat teuer. Weil ich keinen Parkplatz für einen ganzen Tag finden konnte, schlug mir unser Tourguide vor, dass wir uns im 35 km entfernten Dunally bei einer Bäckerei treffen, dort könnte ich kostenlos den Van abstellen und mit dem Tourbus weiter mitfahren. So konnte ich wenigstens noch an der Tour teilnehmen ohne in die Gefahr zu kommen eine dicke Knolle zu kassieren. Von Dunally aus steuerten wir nun die Tasman Peninsula an, wo wir als Erstes den Tasman Nationalpark besuchten, in dem wir den Coastal Walk Track absolvierten und dabei die 300 Meter hohen Klippen der Steilküste bestaunen konnten (s. Titelbild). Nach einer einstündigen Wanderung fuhr uns der Guide weiter zum Unzoo, wo es den tansanischen Teufel, Kängurus, Hühnergänse und kleine Papageien gibt. Wir konnten bei der Fütterung des tasmanichen Teufels zuschauen und sogar selber die anderen Tiere füttern. Im Bus bin ich mit zwei jungen Mädels ins Gespräch gekommen, eine war aus Bali mit dem Namen Marsell und die andere war aus Taiwan und hieß Ting. Unsere nächste Station war die Strafkolonie Port Arthur, die bedeutendste Touristenattraktion der Insel, im Prinzip nach dem gleichen Muster wie in Strahan die Sträflingsinsel Sarah Island. Zusammen mit Tsing und Marsell besichtigte ich die meisten Gebäude und fuhren mit einer Fähre noch zu der Insel der Toten, wo sowohl die Aufseher, Elche auf Ihr Grab ein Grabsteine bekamen als auch die gestorbenen Strafgefangenen ohne Grabstein ihre letzte Ruhestätte fanden. Nach der Fahrt mit der Fähre endete leider unsere viel zu kurze Zeit in Port Arthur und der Bus fuhr weiter über Dunally, wo der Busfahrer mich an meinem Campervan ablud, zu dem letzten Ziel Richmond. Nach Richmond fuhr ich dann auf eigene Faust und schaute mir dort die Richmond Bridge, welche die älteste Steinbrücke Australiens ist, an. Außerdem war in dem Ort noch die Modellstadt Old Hobart Modell Village, der Hobart als Miniaturmodell aus dem Jahre 1820 darstellt. Von Richmond war hatte ich nur 20 km bis zu dem Campingplatz in Glenorchy. Da es am nächsten Tag ununterbrochen regnete, war das für mich die beste Gelegenheit diesen Artikel zu verfassen.

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