Launceston und das Cataract Gorge

So allmählich geht es in die Endphase von meinem drei Wochen in Tasmanien, doch noch bin ich auf Tassie. Da man sich erst um 12 Uhr Mittags in dem Tasman Caravanpark einchecken kann, ging es am nächsten Morgen gegen 10 Uhr vom Swimcart Freecampingplatz in die Innenstadt von St. Helens. Um die Zeit bis zum Mittag zu überbrücken ging ich zur Abwechslung zum Tourist Informationscenter um zu fragen was den hier in der Gegend noch so Ambach (los) ist. Die Dame dort gab mir so einige wertvolle Tipps , die ich auf meiner morgigen Fahrt nach Launceston noch beherzigen werde. Auffällig kam ich bei meiner Bummelei durch St. Helens auch an einem kleinen Baumarkt vorbei und konnte mit dort ein paar Spaxschrauben besorgen um eine abgesprungene Aluleiste im Van wieder festzuschrauben. Nach dem anschrauben der Schutzleiste hatte ich genügend Zeit tot geschlagen und konnte exakt um 12 Uhr Mittags an der Reception des Caravanparks einchecken, die Chemietoilette entleeren, den vorreservierten Stellplatz besetzen, den Van dann an den Strom anschließen und noch schnell eine Ladung in die Waschmaschine stecken. Als das alles erledigt war, schwang ich mich mal wieder auf meinen lieb gewonnen Drahtesel und spulte die 11 km bis auf das an einer Landspitze liegende Naturschutzgebiet „St. Helens Point” ab. Um die Landspitze konnte man auf einen schmalen Trail an der Granitfelsküste entlang bis zum Beerbarrel Beach wandern. Nach einer einstündigen Wanderung fuhr ich mit dem Rad noch an den in dem Naturschutzgebiet liegenden Sanddünen „Peron Dunes” vorbei und kam gegen 18 Uhr wieder am Camper an. Weil ich die Tipps der Dame aus dem Infocenter von St. Helens auf der Fahrt bis Launceston auch noch mitnehmen wollte, rollte ich schon um 7:30 Uhr vom Caravanpark, machte noch eine schnelle Stippvistite an der Bialong Bay, bevor ich mich auf die 150 km Strecke nach Launceston machte. Den ersten Halt machte ich schon nach 30 km an den „Halls Falls“, da wir mal gerade 9 Uhr hatten war hier nix los und so konnte ich den Trail zu den „Halls Falls”, trotz Verbots!, mit dem Rad abspulen und dadurch zeitlich meinen Besuch an den „Halls Falls” ganz schön verkürzen. Nur ein Katzensprung weiter lag auf dem Weg zum dem nächsten St. Columba Wasserfall das Pyengana Café, hier gab es für mich zum Frühstück einen Cappuccino mit einem köstlichen Käse-Zwiebel-Toast. Der St. Columba Wasserfall ist mit 90 Meter einer der höchsten Wasserfälle Tasmaniens, pro Minute fallen hier über Granitstein 42000 Liter Wasser in die Tiefe bis in der 30 km entfernten George Bay bei St. Helens die Wassermassen ins Meer fließen. Von dem beeindruckendem Wasserfall ging es nun weiter zum nordöstlich bei dem Ort „South Mt Cameron” liegendem Little Blue Lake, hier hat man in der Mitte des 19. Jahrhundert im Tagebau Zinn abgebaut, die dadurch entstanden riesigen Ausschachtungen haben sich mit Regenwasser gefüllt. Die zurückgebliebenen Mineralien in dem See, sind übrigens der Grund warum das Wasser so türkisfarben leuchtet. Mit meiner Drohne hatte ich noch versucht eindrucksvollere Bilder von dem See zu machen, doch wegen der Entfernungseinschränkung von DJI konnte ich die Drohne nicht hoch genug fliegen um den kompletten See in den Kameraausschnitt zu bekommen, so ein Mist!! So musste ich eben versuchen mit dem iPhone ein gutes Foto von dem See zu schießen. Durch die ganzen Stopps war es schon Nachmittag geworden, jetzt musste ich mich aber sputen um noch zeitig in der Öffnungszeit des BIG4 Holidayparks in Launceston anzukommen. Kurz vor fünf schlug war ich bei der Anmeldung und machte meinen Stellplatz klar. Da morgen Karfreitag war, besorgte ich mir in der Stadt noch Getränke und ein paar Snacks bevor ich den Camper auf dem Caravanplatz parkte und an den Strom anschloß. Die Haupttouristenattraktion Launceston war eindeutig das „Cataract Gorge”, was soviel wie die Schlucht der Stromschnellen bedeutet. In diesem beeindruckendem Szenarium bin ich am nächsten Tag drei Trails hintereinander gewandert. Von dem zentral liegenden inneren Basin führte mich der erste Weg über eine imposante Hängebrücke zur Duck Reach Powerstation, dieses Kraftwerk war das erste hydroelektrisch betriebene Kraftwerk auf der Südhalbkugel und wurde im Jahr 1895 in Betrieb genommen und versorgte von dem Zeitpunkt an die Stadt Launceston mit 75 KW Elektrizität. Von der Duck Reach Powerstation nahm ich mir den Cataract Gorge Walk vor, dieser führte über einen Steg an den gigantischen Felswänden der Schlucht des South Esk Rivers bis zur Kings Bridge vorbei, zurück ging es dann über den steilen Zig Zag Track zum Ausgangspunkt, dem inneren Basin des Cataract Gorge. Nach dieser doch heftigen Anstrengung, hatte ich mir eine großes Bier verdient und radelte zu der in Launceston ansässigen Boags Brauerei und zischte mir dort einen Pint Boag’s xxx Ale, als so allmählich die Sonne unterging, war es an der Zeit zum Van zurück zu kommen, immerhin wollte ich mir morgen, am vorletzten Tag meines Tasmanien Abenteuer’s, noch das Queen Victoria Museum und die Altstadt in Launceston ansehen. Der Ostersamstag war für mich eine komplette Museumstour durch Launceston, genau um 10 Uhr, das „Queen Victoria Museum” hatte gerade seine Pforten geöffnet, schlug ich dort auf. Für freien Eintritt hatte das Museum viel zu bieten. Von Verkehrsgeschichte, Dinosaurier, bis zu den Resten von dem versunkenen Schiff „Sydney Cove” und natürlich war da ein extra Bereich für die Geschichte des ausgerotteten tasmanischen Tigers. Nach etwa eineinhalb Stunden fuhr ich weiter in die Innenstadt und gönnte mir erstmal ein fettes Eishörnchen🍦und schlenderte damit durch die Einkaufspassage von Launceston. In der Touristeninformation holte ich mir noch Tipps für die restliche Zeit in Launceston ab. Eine Empfehlung der Info war das nationale „Automobilmuseum von Tasmanien”, wo ich nach meinem Bummel durch die Altstadt von Launceston vorbei schaute. Neben Oldtimern waren hier auch Motorräder ausgestellt, für mich war natürlich der Höhepunkt eine astrein restaurierte Indian Chief aus dem Jahr 1948, ansonsten ging es in dem Museum mehr um amerikanische Flitzer aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Nach einer knappen Stunde hatte ich alles gesehen und musste mich jetzt für den letzten Museumsbesuch sputen, weil wir schon kurz vor 15 Uhr hatten und die „Queen Victoria Art Gallery” nur bis 16 Uhr offen hatte. Hier gab es einen interessanten Bereich über die Geschichte der Aborigines die auf Tasmanien gelebt haben. Zum Abschluss meines Kulturtages, radelte ich noch kurz bei der „Du Cane Brauerei” für ein kühles dunkles Bier vorbei, das meinem heimatlichen Altbier schon sehr nahe kam. Der Ostersonntag wird dann mein letzter Tag auf Tasmanien sein, Mensch gehen drei Wochen schnell vorbei!!

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