Von den Narrows nach Percy Island

Bei der Abfahrt aus den Narrows piesackten uns die Sandfliegen noch ordentlich, erst als wir in die weitläufige Keppel Bay einfuhren reduzierte sich so langsam die Population der Sandfliegen. Heute wollten wir auch wieder einen langen Schlag bis zur 63 sm entfernten Freshwater Bay, die ihren Namen wegen einer nahen Süßwasserquelle am Strand bekommen hatte. Auf der Tour dorthin kamen wir noch an den Inseln Keppel Isles vorbei, während vor Great Keppel Island kleine Motorboote ankerten, waren auf dem Ankerplatz vor North Keppel Island hauptsächlich Segelboote. Weil wir dicht an den Keppel Isles vorbei segelten, musste man aufpassen, dass man nicht in zu flaches Wasser navigiert, sonst wäre die die Que Mas auf Grund gelaufen. Nach der Passage der Keppel Isle lagen zwischen uns und der Freshwater Bay noch 27 sm. Mit unseren 6 kn Geschwindigkeit erreichten wir kurz vor dem Sonnenuntergang die Freshwater Bay, wo auch schon zwei andere Schiffe ankerten. Da ich den Abend zuvor schon Spaghetti Pesto gezaubert hatte, kochte uns Chris zum Abendessen ein leckeres vegetarisches chinesisches Gericht mit Reis. In der Morgenddämmerung ging es von der Freshwater Bay in Richtung Percy Island, nach einigen Stunden war klar, dass wir Percy Island nicht im Hellen erreichen konnten und entschieden uns deshalb in einer schönen Bucht bei Hexam Island den Anker zu schmeißen. Diesmal kochte Chris uns mit Hack gefüllte Auberginen mit Süßkartoffelpüree und Tsatsiki. Weil wir morgen nur noch 23 sm bis zu den Perzy’s abreissen mussten, konnten wir ganz entspannt aufstehen und zusammen frühstücken. Da wir mit Wind zwischen 7 und 9 Knoten rechneten, spannten wir den dünnen Code Zero mit dem Spifall am Bugspriet auf. Da wir ja diesmal nicht viel Seemeilen kloppen mussten, segelten wir gemütlich mit 3 bis 4 Knoten nur mit dem Code Zero in Richtung der West Bay bei Middle Percy. Nach einigen Walsichtungen und sechs Stunden absolut entspanntem Segelns, kamen wir 14:45 Uhr in der West Bay an, wo schon über zehn andere Schiffe ankerten. Wir fanden trotzdem ein Ankerplätzchen mit gutem Halt im sandigen Grund. Am Abend fuhr Chris mit seiner Kamera an den Strand um schöne Fotos vom Sonnenuntergang zu machen, wegen den Sandfliegen bin ich lieber nicht mit an den Strand gefahren, ich wollte nicht wieder von den Sandfliegen verpitscht werden. Als Chris vom Strand zurück kam, gab er Entwarung, soviel Sandfliegen wie in den Narrows hätte es hier lange nicht. Da für den frühen nächsten Morgen fast Windstille vorhergesagt war, konfigurierten wir den Genuafurler neu weil die Genua falsch herum aufgewickelt war und so der Sonnenschutz des Segels keine Funktion hatte. Nach einer halben Stunde war die Genua wieder richtig herum aufgewickelt und wir konnten uns unserem Frühstück widmen. Wir hatten uns für den Tag vorgenommen eine kleine Wanderung über Percy Middle Island zu machen, deshalb setzten wir um 10 Uhr zum Strand über, direkt am Strand stand inmitten von Palmen die urige Hütte vom Percy Island Yacht Club (the A-Frame), in dieser Hütte haben sich fast alle Segler der Jetztzeit mit irgendeinem Gegenstand verewigt. Nach drei Stunden Rundwanderung über die Insel kamen wir wieder an den Strand. Dort fand Chris im Sand das Gehäuse einer großen Krabbe, die ideale Grundlage um uns in der urigen Hütte zu verewigen. Am Nachmittag backte ich Brot und füllte die Tanks mit frischem Wassermacherwasser auf. Auch Chris war während dieser Zeit nicht untätig und dichtete mit Silikon eine Fensterscheibe der Que Mas ab und beschriftete die gefundene Krabbe mit dem Schiffsnamen, Datum und vor allem durfte „Germany” nicht fehlen. Kurz vor Sonnenuntergang fuhren wir zur Hütte des Percy Island Yacht Clubs um unsere beschriftete Krabbe zu platzieren und mit anderen australischen Seglern den Sundowner zu genießen. Morgen soll es wieder guten Wind geben, dann geht die Fahrt weiter nach Scawfell Island.

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