- Leuchturm am Law Head
- Im Platypus-House
- Alte & neue Architektur
- Blick vom Royal Garden
In der Nacht von Ostersamstag auf Ostersonntag wurde außer in Queensland und Western Australia die Uhr wieder um eine Stunde zurück, auf Winterzeit, gestellt und somit hatte ich an dem letzten Tag in Tassie eine Stunde mehr Zeit um noch einmal auf Tasmanien richtig Gas zu geben. Um 8:30 Uhr düste ich von Launceston erstmal über George Town ganz in den Norden der Insel, zum Leuchturm von Low Head, welcher nur 6 km nördlich von George Town liegt. Eigentlich wollte ich danach in das nahe dem Leuchtturm liegenden Pilot Station Museum, doch das war wegen der Osterfeiertage geschlossen. Meine nächster Halt war dann George Town, weil es dort so viel mögliche Biketrails geben sollte. Tatsächlich hätte ich von George Town die ganze Küste hoch mit dem Rad bis zum Leuchtturm von Low Head radeln können, doch da ich ja schon dort war, wendete ich bei der Hälfte der Strecke. In George Town war gerade am Ostersonntag ein Oldtimertreffen wo man besonders viele ältere Wagen von dem australischen Autohersteller Holden, einer Tochter von General Motors, die Marke Holden wurde 2020 eingestellt. Gegen Mittag packte ich mein Klapprad wieder in den Van und fuhr über die Batman Bridge zum Platypus House am Beauty Point, wo man eine lehrreiche Tour über den Platypus und den Echidna, der übrigens zur Gattung der Ameisenigel gehört, bekommen konnte. Ella erklärte uns haarklein alles was man über diese speziellen Tiere wissen musste und das allerbeste war, am lebenden Objekt. Die erste Station war ein Wasserbecken in dem ein männlicher Platypus herumschwamm und von Ella gefüttert wurde. Die zweite Station war ein Raum wo man sich setzen konnte und vier Echidnas gefüttert worden. Hier konnte man beim Fressen genau beobachten wie lang die Zungen der Echidnas waren. Nach 45 Minuten war die Führung zu Ende und ich nicht viel schlauer, weil ich nur die Hälfte von Ellas Redeschwall verstanden hatte. Jetzt hatte ich gerade noch eine knappe Stunde Zeit bevor ich mich nach Devenport zur Fähre aufmachen musste, auf dem Weg zur Fähre nahm ich die Gelegenheit wahr, noch bei der Vinery „Loaire Vines” einen kurzen Stop für einen gepflegten Rotwein 🍷 zwischendurch. Um 15 Uhr musste ich dann aber engültig die Fähre in Devenport ansteuern, man musste rechtzeitig dort sein, damit man auch mitgenommen wird. Kurz nach 16 Uhr stellte ich mich in die lange Warteschlange am Fährterminal, natürlich war es schon rappelvoll und es dauerte etwas bis ich eingecheckt hatte und nochmal eineinhalb Stunden bis der Van endlich auf der Fähre stand. Das Meer und dadurch die Nacht waren relativ ruhig, pünktlich um 6 Uhr in der Früh machten wir am Pier des Fährterminals in Geelong fest. Ich hatte noch von Tasmanien aus einen Stellplatz in Melbourne im Discovery Caravanpark gebucht, doch da durfte man erst ab 14 Uhr einchecken, deshalb ging die Fahrt erstmal auf einen Parkplatz nahe der City von Melbourne. Wie immer bikte ich in die Innenstadt und wollte so gegen 10 Uhr auf das höchste Gebäude von Melbourne, dem Eureka Tower, doch musste feststellen, dass Sie die Aussichtsplattform erst um 12 Uhr öffneten. Zur Zeitüberbrückung schlenderte ich noch etwas am Yarra River entlang und trank mir ein Käffchen bei „Brunetti”, dort war es allerdings wegen Ostermontag brechend voll. Von dem Italiener nahm ich ausnahmsweise mal die Straßenbahn, die übrigens in der gesamten Innenstadt von Melbourne nichts kostet und fuhr von der Flindersstation drei Haltestellen zur State Library Victoria wo ich mein Rad abgestellt hatte. Von hier aus radelte ich zum Eureka Tower am Riverside Quay und ließ mich mit der Aufzugsgeschwindigkeit von 32 km/h in den 87. Stock des Eureka Towers auf 285 Meter Höhe katapultieren. Das Ganze hatte mich zwar um 43 AUD ärmer gemacht, aber die wahnsinnige Aussicht über Melbourne und darüber hinaus tröstete mich über meine „Armut” hinweg. Wieder unten angekommen, musste ich zurück zum Campervan der im Stadtviertel Brunswick parkte, denn im Discovery Park von Melbourne sollte ich vor 17 Uhr aufschlagen um mich noch in der Öffnungszeit einchecken zu können. Da der Caravanpark 15 km vom Stadtzentrum lag, brauchte ich am nächsten Tag mit dem Rad über eine Stunde bis zur City. Zum Strandort St Kilda waren es dann nochmal gute 40 Minuten. Von dort ging es dann langsam zurück über den Albert Park und den Royal Botanic Gardens, wo ich mir den Shrine of Remembrance noch genauer ansah und am späten Nachittag wieder im Discovery Holiday Park landete. Am nächsten Morgen verließ ich endgültig Melbourne und brach zur „Great Ocean Road” auf. Über Geelong erreichte ich um die Mittagszeit Torquay, das vor allem bei Surfern wegen der Wellen an diesem Küstenstreifen sehr beliebt ist und mit dem Bells Beach einen der bekanntesten Surfstrände in dieser Region hat. Nichtsahnend wollte ich mir mal kurz beim Bells Beach die Surfwellen anschauen und landete dort bei der „Rip Curl Pro Competition” die seit 1962 jedes Jahr zu Ostern am Bells Beach ausgetragen wird. Hier noch eine kleine Anekdote am Rande, als ich dort ankam war dort ein riesiger Parkplatz, normalerweise hätte ich einen Kilometer vom Parkplatz bis zum Bells Beach gehen müssen, als ich den Pförtner fragte, ob ich vielleicht bis vorne durchfahren könnte, rief er zu seinem Kollegen rüber, ”lass den mal mit dem Wheelchair nach vorne durchfahren”, zuerst kapierte ich das mit dem Rollstuhl nicht, doch dann viel es mir wie Schuppen von meinen Augen, der Mann hatte mein Klapprad welches vorne auf dem Beifahrersitz platziert war, mit einem Rollstuhl verwechselt. 🤣 Nach diesem lustigen Intermezzo ging es weiter nach Aireys Inlet zum BIG4 Caravan Park, wo mir mit dem Campervan ein sehr schönes Rasenplätzchen zugewiesen wurde. Da es gerade mal Nachmittag war, wurde ein Waschtag hier eingelegt, damit ich wieder mit der frischen Wäsche aus dem Vollen schöpfen konnte.



