2.4 So. Nach dem schönen Aufenthalt an der Insel Aukena, musste ich mich leider von den beiden Crews der Anixi und der Limelight verabschieden, weil für Mittwoch den 29. März meine schweizer Weggefährten Tommi und Res mit ihrer Mon Bijou in Rikitea angekündigt waren. Am Dienstagnachmittag verlegte ich die Que Mas wieder vor die Insel Mangareva in die Bucht von Rikitea, hier wartete ich nun auf meine Eidgenossen. Da in der Zwischenzeit, wo ich an der Insel Aukena verweilte, 2 Versorgungsschiffe in Rikitea angelegt hatten, waren die Minimärkte wieder mit frischer Ware gefüllt, weshalb ich mich bei meiner Ankunft in Rikitea als zuallererst mit frischen Lebensmitteln versorgte. Um den Wassertank ein wenig nachzufüllen schmiss ich gegen Abend den Wassermacher an und schaute, bevor ich in meine Koje verschwand, noch einen Film über die Schicksalsjahre von Berlin. Am nächsten Morgen bekam ich dann eine SMS von der Mon Bijou über das Satellitentelefon, dass Sie es nicht schaffen werden am heutigen Mittwoch anzukommen, sondern erst am Morgen des Donnerstags hier aufschlagen werden. Okay, dann muss die Wiedersehensparty eben um einen Tag verschoben werden und ich konnte noch Eiswürfel für „Die schönste Zeit des Tages” besorgen. In Brasilien hatten wir jeden Abend um Punkt 18 Uhr zusammen einen Caipirinha getrunken und wir nannten diesen Moment „Die schönste Zeit des Tages”. Da ich ja jetzt den ganzen Tag Zeit hatte, probierte ich aus Yoghurt selber zu machen, Nora von der Anixi hatte mir gezeigt wie man das so macht, außerdem hatte Sie mir erklärt, dass man das Innenleben einer Brotfrucht kochen und essen kann, es schmeckt so ähnlich wie eine gekochte Kartoffel. Zu Mittag kochte ich mir eine halbe Brotfrucht und verzehrte Sie anschließend mit Butter und Salz, schmeckte garnicht schlecht. Der Rest des Tages wurde vergammelt, das muss auch mal sein! Donnerstagmorgen wurde ich früh wach und war gespannt wann die Mon Bijou in der NW-Einfahrt von dem Gambieratoll auftauchen wird. Bis 8:30 Uhr tat sich nichts, doch dann kurz vor neun tauchte die Mon Bijou plötzlich auf, ich funkte Sie direkt zur Begrüßung an und schickte Ihnen meine Drohne entgegen, um einige Fotos von ihrer Ankunft zu machen. Als die Eidgenossen neben mir geankert hatten, fuhr ich zur Begrüßung mit dem Dingi zu Ihnen rüber, das Wiedersehen war natürlich feucht fröhlich, es begann mit dem Ankerbier 🍻auf der Mon Bijou, dann mit dem Korkenknall 🍾 des Begrüßungschampagner 🥂 auf der Que Mas, danach mixte uns Res seine Spezialität, einen Caipirinha Maracuja🍹. Mittags musste ich dann erstmal meinen Rausch ausschlafen bevor ich mit den Beiden zum Einklarieren zur Gendarmerie marschierte. Am Abend hatten wir uns um 19:30 Uhr zum Abendessen auf der Mon Bijou verabredet, doch als ich Punkt 19:30 Uhr ankam, saßen Res und Tommi schon vor ihren leer gegessenen Tellern, die Beiden dachten ich hätte den Termin verschlafen, doch dann stellte sich heraus, dass Tommi und Res ihre Uhren noch nicht auf die Gambierzeit umgestellt hatten. Am Freitag zeigte ich den Beiden alle wichtigen Locations in Rikitea und am Samstag hatten wir beschlossen zur Nachbarinsel Taravai zu fahren, weil dort jeden Sonntag von einem polynesischen Pärchen ein Barbecue für die Seglergemeinde organisiert wurde. Die Anfahrt zu der Insel Taravai war schwierig, da man, um zum Ankerplatz zu kommen, durch eine Flachwasserpassage musste. Da wir ziemlich spät dran waren und es im Dunkeln sehr gefährlich gewesen wäre, mit der Mon Bijou mit 2,50 Meter Tiefgang, die Flachwasserstelle zu passieren, entschieden wir davor zu ankern. Nach der Ankerprozedur mixte uns Res auf der Que Mas einen Caipirinha, den wir uns dann, anstatt des obligatorischen Ankerbiers, genehmigten. Da es den Eidgenossen zu gefährlich war, mit ihrem Schiff durch das Flachwasser zu fahren, entschieden wir uns, alle zusammen mit der Que Mas bis direkt vor die Insel Taravai zu fahren. Der Weg durch das Flachwasser war zum Glück mit kleinen Bojen gekennzeichnet, so konnten wir einigermaßen sicher mit immer mehr als einer Handbreit Wasser unter dem Kiel, den Ankerplatz erreichen. Mit dem Dingi mussten wir im Slalom durch die Korallenfelder bis zu einem kleinen Strand fahren, wo die Barbecueparty bei Valerie und Erwe stieg. Da insgesamt 8 Segelboote zu dem Barbecue gekommen waren und jede Segelbootcrew etwas zu essen für das Barbecue mitbrachte, gab es reichlich zu essen und zu trinken. Nachdem alle gesättigt waren und das wichtigste Seglerlatein besprochen war, gab es noch einen Boccia-Wettbewerb den die Mon Bijou-Que Mas Mannschaft souverän für sich entscheiden konnte. Kurz vor der Dämmerung mussten wir dann aufbrechen, weil wir ja noch mit der Que Mas zu unserem Ankerplatz weiter draußen fahren mussten. Wir bedankten uns noch bei Valerie und Erwe für den schönen Tag und fuhren uns dann mit dem Dingi schnurstracks in einem Korallenfeld fest, in unserer Euphorie hatten wir garnicht mehr an die Korallen im Wasser gedacht. Gut, dass mein Dingi einen Aluboden hat, sonst wäre uns mit Sicherheit die Luft ausgegangen. So konnten wir wieder aus dem Korallenfeld heraus rudern und unbeschadet auf meinen Katamaran kommen. Da es allmählich dunkel wurde, konnte man unter Wasser die flachen Stellen nicht mehr erkennen und ich musste, um unbeschadet durch das Flachwasser zu gelangen, exakt den Track zurück fahren den ich zum Glück bei der Hinfahrt auf der Navigationssoftware OpenCPN aufgezeichnet hatte. Den Track genau zu treffen war garnicht so einfach, ich war froh als wir von dem Flachwasserstück ins tiefere Gewässer kamen und ich den Kat problemlos neben die Mon Bijou vor Anker legen konnte. Die erfolgreiche Rückfahrt mit dem anschließenden Ankermanöver wurde mal wieder mit einem von Res gemixten Caipirinha belohnt. Gegen 20 Uhr brachte ich meine beiden schweizer Freunde zu ihrer Mon Bijou zurück um anschließend selber total erschöpft 🥱 in meine Koje zu fallen.
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