Der Ankunftstag ein einziger Horror 😱 – 13. Tag

8.3 Mi. Eigentlich bin ich ja nicht abergläubisch, aber diesmal trifft das voll auf den 13. Tag meines Törn’s, von der Osterinsel nach den Gambierinseln, zu! Jetzt aber erst mal alles der Reihe nach. In dieser letzten Nacht mit dem starken Wind und den hohen Wellen wollte ich auf keinen Fall die Sea Wind aus den Augen verlieren und machte fast kein Auge zu. Um den gleichen harten Amwindkurs wie die Sea Wind, segeln zu können, musste ich abwechselnd immer einen Motor mitlaufen lassen, doch in dieser Nacht streikte der Backbordmotor und ging mal wieder einfach aus. Das waren immer noch Folgen von dem dreckigen Diesel, den ich damals in Puerto Eden von der Armada de Chile bekommen hatte. Jetzt hatte ich nur noch den Steuerbordmotor zur Verfügung. Durch den extremen Amwindkurs knallten die Wellen unaufhörlich gegen die Que Mas und zu allem Übel kam auch noch dazu, dass der Wind immer mehr von NW auf West drehte und es abzusehen war, dass wir den vermeintlich einfacheren nördlichen Zugang in das Riff der Gambiers auch hart am Wind nicht erreichen konnten, selbst der Kurs zur Süd-Ost Passage in das Riff war schwierig direkt zu erreichen. Während ich auf den letzten 15 sm versuchte mit dem einem übrig gebliebenen Motor so nah wie möglich an die Einfahrt der SE-Passage des Riffs zu kommen, versuchte die Sea Wind die Strecke aufzukreuzen und wir trafen uns etwa vier Seemeilen vor der Einfahrt in das Riff wieder, ich funkte der Sea Wind, dass ich meine Geschwindigkeit reduzieren und etwa anderthalb Seemeilen hinter Ihr mit in das Riff einfahren wollte. Beim bergen Großsegels, merkte ich schon, dass es schwer sein würde gegen den starken Wind und den hohen Wellen mit einem Motor anzustampfen und es kam genau wie es kommen musste, mit nur einem Motor schaffte ich es nicht den Kurs hinter der Sea Wind zu halten, die Que Mas driftete ab und lief immer wieder aus dem Ruder, so war es für die Que Mas unmöglich, bei diesen Bedingungen hinter der Sea Wind in das Riff einzufahren. Schnell funkte ich der Sea Wind, dass ich Ihr mit nur mit dem einen verbliebenen Motor nicht folgen könnte und versuchen würde, unter Segel in das Riff zu gelangen. Doch dafür musste ich noch einmal einen Kreuzschlag machen um den richtigen Einfahrtswinkel für die NE-Passage zu bekommen. Auch hierfür nahm ich den einen noch verbliebenen Motor zur Hilfe, doch dann plötzlich blieb auch dieser Motor einfach stehen. Was jetzt? Ohne Motor brauchte ich erst garnicht mehr versuchen in das Riff einzufahren. Jetzt wurde mir langsam klar, dass ich erstmal hier draußen auf dem Pazifik bleiben musste. Ich rollte die Genua ein und während die Que Mas einfach nur vor sich hintrieb überlegte ich mir, was ich tun könnte, um aus dieser Misere wieder heraus zu kommen. Ich versuchte beide Motoren wieder in Gang zu bekommen indem ich die Filter und die Kraftstoffleitungen reinigte, nach 2 Stunden liefen beide Motoren wieder und ich startete einen neuen Versuch um in das Riff einzufahren. Es wurde gerade Dunkel als ich die NE-Passage erreichte, jetzt konnte ich nicht mehr auf Sicht sondern nur noch mit GPS über die elektronische Karte des Plotters in das Riff rein manövrieren. Eigentlich klappte das recht gut bis ich kurz vor erreichen des Ankerplatzes vor Rikitea durch eine enge Passage mit unbeleuchteten Tonnen fahren musste. Ich konzentrierte mich voll auf die elektronische Karte, als es plötzlich einen lauten Knall gab und ich eine der unbeleuchteten Tonnen mit dem vorderen Querbaum des Katamarans erwischte und komplett umfuhr, ach Du Sch…, es half nix, mit Müh und Not schaffte ich den Rest der engen Passage und erreichte endlich kurz vor Mitternacht den Ankerplatz, wo schon einige Schiffe ankerten. Nachdem ich geankert hatte, schaute ich mir mit der Taschenlampe den Querbeam mal genauer an, die Tonne hatte eine riesige Delle in den Aluminiumbeam der Que Mas gehauen 🙀. Natürlich ärgerte ich mich das mir das passiert war, aber kein Wunder nach 13 Tagen auf See, unbeleuchteten Tonnen und dem letzten Horrortag. Wenn ich nicht so kaputt gewesen wäre, hätte ich nach dem Ankerbierchen bestimmt nicht einschlafen können. So schlief ich direkt ein, wurde aber um 4 Uhr in der Nacht wieder wach und weil ich nicht wieder einschlafen konnte, schreibe ich euch diesen Bericht.

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