Das Tapati auf Rapa Nui

Vor einer Woche bin ich mit meinem Katamaran hier an der Osterinsel angekommen, wie schnell doch die Zeit vergeht. Im Moment ist das Wetter ruhig und ich habe einen guten Ankerplatz neben dem einzigen anderen Segelschiff was im Moment hier auch noch ankert. Es ist eine 55 Fuss Benetau mit dem Namen Sawadiva von dem Schweizer Erwin mit seiner Crew Carol, Mel und Jo. Am nächsten Morgen besuchte uns gegen 11 Uhr die Armada de Chile am Boot um uns einzuklarieren, jetzt durften wir ganz offiziell von Bord gehen.Normalerweise ist es hier schwer wegen den brechenden Wellen anzulanden, doch durch das ruhige Wetter kann man jeden Tag ohne Probleme vom Schiff zum Hafen von Hanga Roa mit dem Dingi herüber schippern und sich auf der Osterinsel umsehen. Die Inselbewohner feiern hier gerade das Tapatifest 2023, es ist das erste Tapati was nach der Pandemie wieder mit Besuchern gefeiert werden kann, die letzten zwei Jahre hatte das Fest unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden, was für die Inselbewohner bestimmt eine gute Erfahrung war. Das Tapati ist eine Hommage an die Traditionen des Volkes von Rapa Nui, dieses Festival hat sich zu einem der wichtigsten traditionellen Feste in ganz Polynesien gemausert. Auf der Insel verteilt finden viele traditionelle sportliche Wettkämpfe statt und in Hanga Roa ist ein großer Festplatz, wo jeden Abend auf einer großen Bühne Musik- und Tanzaufführungen in den traditionellen Kostümen präsentiert werden. Die ersten Fahrten vom Schiff zum Hafen von Hanga Roa machte ich sicherheitshalber mit Erwin der schon einige Tage vor mir hier angekommen war, er zeigte mir genau welchen Weg ich mit dem Dingi nehmen muss um sicher ohne brechende Wellen in den Hafen von Hanga Roa einzufahren. Im Hafen empfingen uns große Schildkröten, die sich anscheinend im ruhigen Wasser des Hafenbeckens ganz wohl fühlen. Es war garnicht so einfach einen Platz zu finden wo man das Dingi in dem kleinen Hafenbecken von Hanga Roa festmachen konnte, schließlich befestigten wir das Dingi längsseits an einem Fischerboot. Mit Mel und Jo, der Crew von Erwin, verstand ich mich auf Anhieb gut, zusammen mit meinem Bruder setzten wir uns in ein Restaurant und lernten uns bei Piña Colada und Bier ein bisschen näher kennen. Am Abend holte mich Erwin noch einmal mit seinem Dingi von der Que Mas ab, um mit mir und seiner Crew Mel und Jo gemeinsam auf der Insel in einem Restaurant zu essen. Den nächsten Tag montierte ich mit Frank den größeren 15 PS Außenborder an mein Dingi, weil man mit mehr Power sicherer bei den hohen Wellen anlanden und auch wieder zurück zum Boot kommen kann. Trotzdem war die erste Fahrt mit dem Dingi in den kleinen Hafen von Hanga Roa echt spannend. In dem Hafen hatte man nur wenige Möglichkeiten das Dingi sicher anzulegen, ich befestigte das Dingi seitlich an einem Fischerboot, nur hatte das den Nachteil das die Kinder die das Hafenbecken als Freibad nutzen mein Dingi als Hüpfburg missbrauchten und es dadurch ganz schön was aushalten musste. Auf der Osterinsel verbrachte ich die meiste Zeit mit Mel und Jo, der Crew von der Sawadiva, wir saßen oft zusammen in einer Bar am Hafen und genossen das Ambiente. Abends gingen wir dann oft zum Festplatz vom Tapati wo die traditionellen Tänze mit der typischen polynesischen Musik aufgeführt wurden. Der Abschluss des Tapatifestes wird mit einem großen Umzug und der Wahl der Tapati-Königin gefeiert. Bei dem Festumzug mit festlich geschmückten Umzugswagen, können auch die Besucher der Osterinsel mitmachen, die sich mit den traditionellen Kostümen verkleiden und sich die traditionelle Körperbemalung verpassen lassen. Der Festumzug erinnert stark an die Karnevalsumzüge im Rheinland. Mit meinem lädierten Knie konnte ich leider nicht mit dem Umzug mitziehen, aber dafür konnte ich von einer Restaurantterrasse schöne Fotos von den Festwagen und dem Umzug machen. Jetzt ist das Tapatifest vorbei und der normale Alltag hält wieder Einzug auf der Osterinsel.

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