2. Abwettertag in der Bahia Edwards

28.6. Di. Der heutige Tag war ein besonderer Tag, unser lieber Res feierte heute seinen 63. Geburtstag. Die letzten Tage hatte ich mir immer wieder überlegt, was ich ihm zu seinem Geburtstag schenken könnte, mal eben ein Geschenk besorgen war ja nicht möglich. Während ich frühstückte, kam mir dann ein Geistesblitz, da Res sehr gerne Bücher liest, schaute ich in mein Bücherregal nach, ob da nicht was Passendes für Res dabei sein könnte und fand einen Thriller für Ihn. Da auch kein Geschenkpapier an Bord war, packte ich das Buch in Alufolie und machte darum eine Schleife mit einem 5 mm Seil, jetzt sah das Geschenk garnicht mal so schlecht aus. Mit dem Geschenk und der neuesten Windvorhersage auf meinem Rechner machte ich mich kurz nach 11 Uhr auf den Weg zur Mon Bijou. Dort angekommen, sang ich Res erst mal ein kleines Geburtstagsständchen und überreichte Ihm sein Geschenk. Res machte es mit dem auspacken spannend, er frühstückte erstmal in Ruhe, bevor er sich daran machte mein Geschenk auszupacken, ich glaube er hat sich über den Schmöker gefreut. Mit Tommi besprach ich noch das Wetter und unsere morgige Weiterfahrt nach Mechuque. Bevor ich wieder auf die Que Mas zurück fuhr, planten wir noch unseren weiteren Tagesablauf. Res wollte natürlich an seinem Geburtstag etwas Besonderes machen und hatte sich ausgedacht, uns nach langer Abstinenz mal wieder einen Caipirinha zu zaubern und damit auf seinen Geburtstag um 18 Uhr zur „schönsten Stunde des Tages” anzustoßen. Deshalb kamen die Jungens um 16 Uhr zu mir auf die Que Mas rüber, vor der „schönsten Stunde des Tages” gab es aber noch eine Spielerunde. Als ich nach zwei Würfelrunden „Mäxchen” aus dem Fenster schaute, fiel mir auf, dass die Mon Bijou nicht mehr ganz gerade im Wasser schwamm. Durch die einsetzende Ebbe war der Wasserspiegel so stark gesunken, dass die Mon Bijou mit ihrem Kiel aufgesetzt war und immer mehr in Schräglage kam. Jetzt machte sich Tommi und Res natürlich große Sorgen, schnell fuhren Sie zu ihrer Mon Bijou rüber, um die Seeventile zu schließen und die Ankerkette soweit wie möglich einzuholen, damit ihr Schiff nicht beim wieder aufschwimmen nicht noch mehr ins seichtere Wasser abdriftet. Über Funk teilten mir die Eidgenossen mit, dass Sie auf der Mon Bijou bleiben werden, damit hatte sich dann die Geburtstagsfeier für Res erledigt, die „schönste Stunde des Tages” entpuppte sich zum „Problema del dia”. Das tat mir für Res unheimlich leid, aber in so einem Fall musste man Prioritäten setzen. Mit der Zeit kam die Mon Bijou immer mehr in eine extreme Schräglage, da der Tidentiefpunkt gegen 20 Uhr war und die Mon Bijou frühestens um 1 Uhr in der Nacht wieder aufschwimmen konnte, mussten die Eidgenossen bis zu diesem Zeitpunkt warten, um ihr geliebtes Schiff umzuankern, damit nicht dasselbe Desaster beim nächsten einsetzen der Ebbe passiert. Über Funk wünschte ich den Beiden viel Glück für das nächtliche Umankern, ging mit einem mulmigen Gefühl ins Bett und versuchte einzuschlafen.

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