- Sperre am Militärsteg
- Quarantäneankerplatz
- Quarantäneaussicht 😳
- Schüss Uruguay 😛!
Mein letzter Bericht endete ja damit, dass die Prefectura uns von dem Militärsteg weg geschickt hatte und wir wieder vor dem Hafen ankern mussten. Weiter segeln konnten wir leider nicht weil das vorhergesagte Wetter der nächsten Tage schlecht für unseren Törn nach Mar del Plata gewesen wäre. Also mussten wir hier in Punta del Este so lange ausharren bis das Wetterfenster für unsere Weiterfahrt passte. Nach Windy sollte das frühestens am Dienstag passen. Nachdem ich sicher am Anker lag, räumte ich die Fender und Festmacherleinen, die ich für’s anlegen an den Militärsteg gebraucht hatte, zurück in die dafür vorgesehene vordere Bagskiste. Leider hatte eine Festmacherleine Schaden genommen, der äußere Mantel war an einer Stelle abgescheuert und musste mit Takelgarn ausgebessert werden. Außerdem waren mal wieder einige Maschen vom vorderen Trampolin gerissen, na da habe ich ja mal wieder Einiges zu flicken. Doch zuerst packte ich mir drei Dosen Bier und fuhr Mittags mit dem Dingi zur Mon Bijou, wir hatten ja schließlich geankert, da war doch eigentlich ein Ankerbierchen fällig 😉. Bevor ich nach dem Ankerbierchen zurück zur Que Mas fuhr, machte ich noch mit Res und Tommi aus, dass wir gemeinsam auf der Mon Bijou zu Abend essen. Nachmittags konnte von mir schon mal die Festmacherleine und einige Maschen des Trampolin geflickt werden. Kurz vor 18 Uhr ging es wieder zur Mon Bijou , schnell packte ich noch Eis und meinen großen Mixbecher ein, schließlich wollten wir vor dem Essen noch unseren traditionellen Caipirinha trinken. Res zauberte mit einigen älteren Würsten eine Soße, die zusammen mit Spaghetti ein leckeres Gericht ergab und aus dem Weinfundus der Mon Bijou suchte Tommi dazu einen passenden Rotwein aus. Gestern hatte uns Gabriel, der Mann von der Prefectura der unsere Einreisepapiere kontrolliert hatte, das Angebot gemacht uns bei Bedarf Lebensmittel zu besorgen. Deshalb besprachen wir nach unserem Essen was wir noch für Lebensmittel bräuchten und machten für Gabriel eine Einkaufsliste. Zwischendurch kamen auch noch die Marineros an der Mon Bijou vorbei und fragten ob alles in Ordnung wäre oder wir irgendwelche Hilfe bräuchten. Das ganze kam uns eher vor, als wollte man nur kontrollieren ob wir auf unseren Schiffen waren und nicht einfach mit dem Dingi an Land gefahren sind. Zum Abschluss des Abends gab es, wie Res immer so schön sagt, ein Bettmüpferli (Schnäpschen), nach dem Bettmüpferli machte ich mich auf die Socken zurück zu meinem Kat, wo ich nach dem guten Essen problemlos einschlief. Doch während der Nacht wurde ich immer wieder wach, weil die Que Mas durch den aufkommenden Wind und die dadurch entstandenen größeren Wellen ganz schön durchgeschüttelt wurde.
Zum Trost wurde ich durch Sonnenschein geweckt, zum Frühstück gab es auf der „Schiffschaukel” Brot mit Spiegelei, den Vormittag verbrachte ich mit weiteren flicken der gerissenen Maschen des Trampolinnetzes und der Reparatur des undichten Gästeklos. Meinen schweizer Eidgenossen stattete ich Mittags einen kurzen Besuch ab um danach direkt weiter einige Baustellen auf der Que Mas abzuarbeiten. Das Multifunktionsdisplay am Navigationstisch hatte eine kleine Make, der Bildschirmcursor konnte nicht mehr nach links bewegt werden, anscheinend funktionierte der dafür verantwortliche Microtaster nicht mehr richtig. Nach dem Ausbau des Multifunktionsdisplay versuchte ich den Taster mit Kontaktspray wieder in Gang zu setzen, was jedoch ohne Erfolg blieb, also baute ich den Plotter noch einmal aus und bearbeitete den Taster noch intensiver mit dem Kontaktspray als ich das Multifunktionsdisplay wieder anklemmt hatte und es einschalten wollte, machte das Multifunktionsdisplay keinen Mucks mehr, alle Sicherungen waren aber in Ordnung. Als ich in der Verkabelung nach weiteren Sicherungen suchte, fiel mir plötzlich ein aus einer Steckerleiste herausgerutschtes Seatalkkabel ins Auge, ob das der Grund für den Ausfall des Multifunktionsdisplay war? Schnell steckte ich das Seatalkkabel wieder in die Steckerleiste und tatsächlich funktionierte danach das Multifunktionsdisplay wieder. Puhh, da fiel mir aber ein Stein vom Herzen, der Microtaster funktionierte trotzdem immer noch nicht. Und jetzt, was tun? Nach einigen Überlegungen fiel mir ein, dass ich noch ein anderes Spray hatte was Kontakte reinigen konnte, also baute ich noch einmal das Multifunktionsdisplay aus und versuchte den defekten Microtaster mit dem Kontaktreinigerspray wieder in Gang zu setzen und siehe da, nach nochmaligen anschließen des Multifunktionsdisplay konnte sich der Bilddschirmcursor wieder nach allen Seiten bewegen lassen, super eine Baustelle weniger 👍🏼! Mittlerweile war es knapp vor 18 Uhr und Zeit zum Pizzaessen rüber zur Mon Bijou zu fahren. Tommi und Res hatten nämlich die 2 Tage zuvor bestellte Pizza nicht aufessen können und soviel übrig das wir locker davon ein Abendessen realisieren konnten, dazu gab es diesmal einen Rotwein aus dem Weinfundus der Que Mas. Nach der Pizza läutete plötzlich Tommi’s Telefon, es war Gabriel der mit uns noch einmal unsere Bestellliste der Lebensmittel durchging und nach der Nummer der Kreditkarte fragte, mit der er die Bestellung bezahlen wollte. Allmählich wurde es wieder Zeit für mich auf die Que Mas zu kommen, wo ich schnurstracks ins Reich der Träume fiel.
Doch im Laufe der Nacht wurde ich aus meinen Träumen gerissen weil Wind aufkam der im Laufe der Zeit immer mehr an Stärke bis zum Vormittag auf 26 Knoten zunahm und nach dem Mittag wieder nachließ. Über Funk kam Mittags die gute Nachricht, dass unsere bestellten Lebensmittel am Steg des Militärs abgestellt worden waren. Mit Tommi fuhr ich bei starkem Wellengang mit dem Dingi von unserem Ankerplatz zum Militärsteg wo wir die Kartons mit den Lebensmitteln abholten, wieder war eine Kontrolle der Prefectura zugegen, die kontrollierte dass wir auf keinen Fall an Land gingen. Voll beladen ging es zurück zur Mon Bijou, um die Lebensmittelkartons dort abzuladen. Schnell brachte ich noch das Eis ins Kühlfach der Que Mas und holte drei gekühlte Dosen Bier, die wir auf der Mon Bijou verköstigten. Als ich an dem Nachmittag an meinem Trampolinnetz rumflickte, rief Tommi auf einmal zur Que Mas herüber, dass Ihnen über Funk mitgeteilt wurde, dass wir innerhalb einer Stunde Uruguay verlassen müssten und wir nicht mehr geduldet seien. Alles beteuern, dass wir Morgen sowieso abfahren würden half nichts, Sie schmissen uns einfach aus Uruguay raus. Und alles nur wegen der sch… Pandemie, dabei hatte sich in Rio Grande Tommi doch extra so bemüht die Gastflaggen von Uruguay zu organisieren, kurz überlegten wir Diese vor lauter Frust zu verbrennen, fanden dies aber für einen zu primitiven Racheakt und verwarfen diese Idee dann schlußendlich. Bevor wir unsere Anker in Punta del Este lichteten, aßen wir auf der Mon Bijou noch zu Abend um 18:30 Uhr segelten wir dann in Richtung Argentinien zu unserem vermeintlichen Zielhafen Mar del Plata los.



