- Ilha Santa Barbara
- Ilha Redonda
- Ilha Siriba
- Abrolhos ☀️aufgang
Am Samstag den 5. Dezember brachen wir diesmal um 6 Uhr bei absolutem Hochwasser, ich wollte schließlich nicht schon wieder eine Grundberührung riskieren, in Richtung dem Archipel Abrolhos auf. Mein Tiefenmesser zeigte zwar mal für kurze Zeit nur 40 Zentimeter Wasser unter dem Kiel an aber das reichte ja Dicke für die berühmte Handbreite. Während Tommi kurz nach der Riffausfahrt seine Segel setzte, ließ ich mir damit noch ein wenig Zeit weil meine Windanzeige gerade mal eine Windstärke von 6 Knoten anzeigte. Je weiter ich mich von der Küste entfernte, desto stärker wurde der Wind, 15 Minuten später hatte ich 10 Knoten wahren Wind und setzte meinerseits die Segel. Der Wind kam aus NO und so konnten wir mit raumen Wind in Richtung Abrolhos segeln. Da der Wind nicht viel stärker als mit 10 Knoten blies, kam mir die Idee meinen Code Zero mal wieder einzusetzen. Ich fummelte das Teil aus der Backskiste und zog das Leichtwindsegel mit dem Spifall hoch an den Mast. Nach dem bergen der Genua konnte ich den Code Zero ausrollen, das Leichtwindsegel stand gut und ich machte damit 7 bis 8 Knoten Fahrt, doch kurze Zeit später musste ich feststellen das der Code Zero im oberen Drittel nahe am Achterliek einen Riss von 20 cm hatte. Damit der Riss sich nicht vergrößert wurde kurzerhand das Segel wieder eingerollt und die Genua gesetzt. Mit Segeltape flickte ich den Riss und setzte nach der Reparatur den Code Zero erneut. Der Flicken hielt und ich konnte das Segel jetzt stehen lassen und ordentlich Fahrt aufnehmen. Durch den Code Zero segelte ich jetzt 1 bis 2 Knoten schneller als die Mon Bijou, so allmählich wurde der Abstand zu Tommi und Res immer größer. Der Wind frischte während der Zeit immer mehr auf, bei 15 Knoten dachte ich darüber nach den Code Zero wieder zu bergen, viel mehr Wind verträgt so ein Leichtwindsegel nämlich nicht. Diesmal war es schon erheblich schwerer das Segel aufzurolle, als ich es fast komplett eingerollt hatte, zerfetzte das Tuch am Schothorn. Schnell zog ich das Segel am Spifall runter damit es sich nicht noch weiter in seine Bestandteile auflöst und setzte erneut die Genua. Der Windmesser zeigte inzwischen über 16 Knoten Wind und die Que Mas segelte mit 8 Knoten durchs Wasser. Mittlerweile war die Mon Bijou schon 6 Seemeilen hinter mir und nur noch schemenhaft am Horizont auszumachen. Über VHF hielt ich ständigen Kontakt mit Tommi und Res. Kurz nach Mittag hatte ich die Hälfte der 110 Seemeilen nach Abrolhos schon geschafft und es war abzusehen, dass wir das Archipel vor Mitternacht noch erreichen. Genau um 23:15 Uhr lies ich meinen Anker hinter der Insel Santa Barbara fallen, 45 Minuten später rollten auch Res und Tommi ein und ankerten in meiner Nähe. Wir verschoben unser Ankerbierchen auf den nächsten Tag und wünschten uns über VHF Sprechfunk noch eine angenehme Bettruhe 🛌 😴.
Der erste Tag auf Abrolhos fing mit Regen an, ich lud eine Ladung Wäsche in die Waschmaschine und machte mir zum Frühstück ein nahrhaftes Müsli. Im Laufe des Vormittags kam Lukas, ein Mitarbeiter des Nationalparks Abrolhos mit seinem Dingi an unseren Schiffen vorbei und klärte uns über die Vorschriften des Archipels auf. Das Archipel besteht aus den Inseln Guarita, Santa Barbara, Redonda, Siriba, und Sueste. Wegen Corona durfte keine der Inseln von uns betreten werden. Nach der Erklärung von Lukas schmiss ich meinen Wassermacher an, denn das Meerwasser rund um Abrolhos ist kristallklar und perfekt um frisches Wasser mit dem Wassermacher zu produzieren. Vor der Hauptinsel Santa Barbara waren extra Mooringbojen ausgelegt, die wir benutzen durften, gegen Mittag half mir Res beim umlegen an eine solche Mooringboje. Nachmittags zogen wir uns unsere Taucherbrillen an und erforschten die Unterwassergegend rund um unsere Schiffe, schon hier konnte man viele verschiedene Fischarten beobachten. Zum Abend trafen wir uns wie immer auf der Que Mas zum Caipirinha und Abendessen.
Am Montag begann ich nach dem Frühstück die erste Hälfte des Steuerbordrumpfes meines Unterwasserschiff zu reinigen. Es hatte sich mal wieder ein ganz schöner Algenteppich gebildet und die kleinen Saugmuscheln fühlten sich wohl bei der Que Mas auch pudelwohl. Gegen 15 Uhr holte ich die Mon Bijou Crew zu einer Dingi-Tour und zum tauchen ab. Diesmal tauchten wir zwischen den Inseln Santa Barbara und Redonda, hier gab es eine Menge bunter Rifffische zu sehen. Nach dem Schnorcheln fuhren wir komplett um die größte Insel Santa Barbara wo wir das lustige treiben der verschiedenen Vogelarten beobachteten, wir brauchten fast eine Stunde um die ganze Insel bevor wir an der Mon Bijou ankamen. Zum Abendessen kochte uns Tommi einen leckeren Fisch, den die Beiden auf der Fahrt von Santo André nach Abrolhos gefangen hatten.
ie nächsten zwei Tage verbrachte ich hauptsächlich mit dem reinigen meines Unterwasserschiffes, zwischendurch hatten Res und Tommi noch Probleme mit ihrem Generator, der Kühlwasserkreislauf funktionierte nicht mehr. Ich half bei der Reparatur und schaute als erstes mal nach dem Impeller, Bingo, der Impeller hatte sich von der Achse gelöst und so kein Wasser mehr durch den Kühlkreislauf befördern. Nach dem Austausch funktionierte wieder alles einwandfrei. Zum Abendessen gab es diesmal Spaghetti mit roter Soße und dazu einen gepflegten Rotwein.
Am Mittwoch hatte eine gute Freundin, Uti Schnuti ihren ?? Geburtstag, zusammen mit Tommi und Res trällerten wir Ihr via Facetime ein Geburtstagsständchen auf portugisisch, „Parabens par Voce”🎂. Gegen Abend wurde ich mit der Säuberung meiner Unterwasserrümpfe fertig, das wurde aber auch Zeit, denn Morgen wollten wir zurück zum Festland nach Caravelas segeln. Es war sehr guter Wind zwischen 18 und 22 Knoten angesagt. Sicherheitshalber installierte ich vor dem Abendessen das erste Reff in mein Großsegel, reffen während der Fahrt ist für mich als Singlehänder nicht so einfach, sollte der Wind doch wider erwarten schwächer ausfallen, so ist das Ausreffen doch wesentlich entspannter. Morgen am Donnerstag heißt es dann um 7 Uhr schüss Abrolhos, es war schön bei Dir, Festland wir kommen!



