Von Mazarron nach Gibraltar

Unverhofft kommt oft, aus dem Tagestörn Marzarron nach Las Negras ist nichts geworden. Anstatt am Abend am Hippiestrand von Las Negras zu ankern bin ich aus gutem Grund weiter gesegelt. Die Betonung liegt auf segeln! Nachdem ich um 6:30 Uhr das Eisen gelöst habe bin ich noch 2 Stunden motort und dann fing ein achterlicher Wind an zu wehen, zuerst mit 10 kn dann wurde er aber immer stärker. Mein Speed mit der Genua und vorlichem Wind war erst mickrige 3,5 kn steigerte sich aber auf bis zu 7 kn, allerdings in Begleitung von achterlichen 2 Meter hohen Wellen. Über das Internet habe ich mir die Windvorschau für die nächsten Tage geholt und da konnte man sehen, dass der gute Wind noch in der kommenden Nacht weiter bläst und am nächsten Tag es relativ ruhig ist. Noch ein Tag weiter würde es ungemütlich werden. Deshalb die Entscheidung die Nacht und den nächsten Tag bis Marbella durch zu stochen.
Die Nachtfahrt verlief im Halbmond ohne weitere Probleme. Zwischendurch rief Farhad und Klaus unser Presi aus unserem Hockeyclub an, die Beiden haben mich im Vesselfinder gesehen und fragten mich, wieso ich den so langsam unterwegs wäre? Da musste ich erstmal klarstellen das ein Segelkatamaran keine Motoryacht ist!! Später riefen auch noch meine Mannschaftskameraden an. Sie hatten nach dem Spiel gegen Etuf Essen noch im Club ein paar Bierchen getrunken. So gegen 3 Uhr in der Nacht schlief der Wind ein und einer von den beiden Jokel musste angeschmissen werden. Da ich in der Nacht auf den Schiffsverkehr achten musste, schlaucht so eine Nachtfahrt schon sehr. Am nächsten Morgen war Tommy tutto kaputto und war froh als die Morgendämmerung anfing. Tagsüber war es anstrengend die müden Augen aufzuhalten. Nach 198 Seemeilen nonstop, erreichte ich gegen 19:30 Uhr endlich den Ankerplatz in Marbella und konnte nach einem gemischten Salat endlich meine Augen schließen.
In der Nacht sollte Wind aus Richtung Gibraltar aufkommen und gegen 5 Uhr fing Que Mas in den ankommenden Wellen ganz schön an zu schaukeln, sodass ich nicht mehr schlafen konnte und um 7 Uhr los bin. Gegen Welle und 20 kn Wind macht das aber keinen Spaß, der Kat krachte immer in die Wellen sodass ich dachte mein Boot bricht gleich durch. Gott sei Dank hat alles gehalten und ich bin wohlbehalten in Gibraltar um 15:30 Uhr angekommen. Für 62 Cent der Liter Diesel wurden 160 Liter nachgetankt und jetzt habe ich im Vorhafen der Marina Alcaidesa den Anker fallen lassen. Weil es so früh ist wird heute mal geduscht und lecker gegessen. Morgen sehen wir weiter.

 

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