- Die Que Mas vor Anker
- Vor Pulau Seringgit
- Die Partyinsel Belin
- Que Mas mal von oben
Am Morgen des 22. Oktober, meine voriges Jahr verstorbene Mutter wäre heute 98 Lenze alt geworden, machte ich mich kurz vor 9 Uhr zur Insel Lawang auf, die Motorfahrt führte mich entlang der nördlichen Küstenlinie von Lombok. Das Meer war mal wieder ruhig und es wehte nur eine leichte Brise, viel zu wenig um vernünftig segeln zu können. Eigentlich hatte ich mir einen ruhigen Ankerplatz hinter einem Riff ausgesucht, dort war aber so wenig Platz, dass dort nur ein Schiff ankern konnte, leider lag genau dort an dieser Stelle schon ein anderer Katamaran, für genau diesen Fall hatte ich mir vorher schon einen Reserveankerplatz, der auch zwischen zwei Riffen lag, ausgekuckt. Allerdings bestand hier nur die Möglichkeit, auf über 20 Meter Wassertiefe zu ankern, da hier aber wegen des nahe gelegenen Riffs der Schwojenkreis sehr begrenzt war, konnte ich dem Anker nur die dreifache Kettenlänge der Tiefe geben, also ungefähr 70 Meter. Weil ich nicht sicher war, ob der Anker bei so kurzer Kette richtig hält, aktivierte ich sicherheitshalber den Ankeralarm auf dem iPad und genehmigte mir ein Ankerbierchen. Ich hatte es mir am Abend gerade bei einem Filmchen gemütlich gemacht, als plötzlich der stechende Alarmton des Ankeralarm mich aufschreckte. So ein Mist der Kat slippte genau auf das Riff zu, jetzt blieb mir nichts anderes übrig, als in der stockfinsteren Nacht umzuankern. Da ich mich im dunkeln nur nach den Lichtern in der Umgebung orientieren konnte, versuchte ich mit Hilfe der GPS Position auf meinem Plotter die optimale Stelle für einen sicheren Ankerplatz zu finden. Weil dieses Mal die Wassertiefe sogar 24 m betrug, musste ich die kompletten 100 Meter meiner Ankerkette auslassen und darauf hoffen das der Anker diesmal genug Halt findet. Nach bangen abwarten, sah es so aus, dass diesmal der Anker halten würde, zur Sicherheit lies ich den Ankeralarm die ganze Nacht mitlaufen. Als am nächsten Tag so gegen 8 Uhr der Wind auffrischte und der Kat wieder ins slippen kommt, holte ich die 100 Meter Kette ein um mich zur nächsten Inselgruppe aufzumachen. Diesmal war sogar genug Wind um mit dem Code Zero mal über 15 Seemeilen bis zur Insel Pulau Seringgit segeln zu können. Auf meine nächste Herausforderung musste ich nicht lange warten, zwischen dem Festland von Sumbawa und der Insel Seringgit erwartete mich ein Labyrinth von Aquakulturbojen, nur mit viel Glück konnte ich in Slalommanier alle vor mir auftauchenden Bojen umkurven und den nächsten Ankerplatz am Ende der Insel Seringgit erreichen. Bei einer Wassertiefe von 10 Meter und genug Platz zum schwojen, war hier das Ankern kein Problem. Gerade dort angekommen bekam ich von Bagio auf Noforeignland eine Nachricht, er wäre ganz in der Nähe auf der Insel Belin und würde sich freuen wenn ich mal vorbeischauen würde. Am Abend fuhr ich mit dem Dinghy zu der 2 sm entfernten Insel, gerade als ich dort ankam luden zwei Phinsi Boote ihre Chartergäste dort ab. Die Insel hatte eine Bar, ein Swimmingpool und auch noch ein Volleballfeld, genau das Richtige damit die jungen Chartergäste hier Party machen konnten. Als ich im Dunkeln zurück fuhr knallte der OC-Tender so auf die Wellen, dass ich jedesmal einen harten Stoß in den Rücken bekam. Am nächsten Morgen hatte ich dann ordentliche Rückenschmerzen, die ich mit einer Ibuprofentablette ganz gut in den Griff bekam. Weil es gestern auf der Partyinsel mir soviel Spaß gemacht hatte, wollte ich hier noch einen Tag länger bleiben verlegte aber meinen Ankerplatz zur 1,5 sm entfernten Insel Kramat von der die Anfahrt zu der Partyinsel nicht so weit wie bei dem Ankerplatz zuvor war. Um 5 Uhr ging es wieder zu Bagio auf die Insel, kaum hatte ich die Insel betreten, wurde ich auf einer Seite des Volleyballfeldes eingesetzt. Zur Abkühlung holte ich mir an der Bar eine Kaltschale und lies neben einem französischen Pärchen, mit denen ich ins Gespräch kam, meine Beine im Swimmingpool baumeln. Anaïs und Joris kamen beide aus Lyon, Sie hatten sich dort kennengelernt. Inzwischen hat Anaïs in Australien ein Work and Travel Visa bekommen und Joris ist für die französische Armee für drei Jahre nach Neukaledonien versetzt worden. Zusammen machen Sie jetzt 4 Wochen Urlaub in Indonesien. Die Beiden waren von meinen Abenteuern so angetan, dass Sie mir zwei Bier Bintang ausgaben. Bevor ich zur Que Mas zurück fuhr, aß ich noch schnell ein Bami Goreng und verabschiedete mich von meinem Gastgeber Bagio. Sonntags machte ich mich auf dem Weg zur Insel Moyo wo ich sehr gespannt auf den berühmten Wasserfall dort war.



