Totaler Wahnsinn!! Horrortrip & viele Walhaie

Von der Bucht Nanga Miro ging es nun in die 50 sm tiefe Saleh Bucht, die 50 sm teilte ich mir in 2 Etappen auf, wobei die erste Etappe erst einmal 18 sm bis zur Inselgruppe Pulau Liang, Pulau Nagli und Pulau Sejangan war, mein nächster Ankerplatz befand sich zwischen der Insel Pulau Liang und der Küstenlinie des Distrikts Lape. Es war hier sehr ruhig, nur einige Fischer kamen ab und zu vorbei. An diesem Ankerplatz legte ich einen Arbeitstag ein, machte eine Waschmaschine mit Wäsche, füllte mit dem Wassermacher den Wassertank auf und inspizierte beide Motoren, wobei an dem Steuerbordmotor dringend über ein halber Liter Getriebeöl in den Saildrive nachgefüllt werden musste, irgendwie muss der Saildrive massiven Ölverlust haben. Nachdem ich das alles erledigt hatte, schaffte ich auch noch den zweiten Rumpf am Unterwasserschiff komplett vom Bewuchs zu befreien, jetzt war das ganze Unterwasserschiff der Que Mas wieder glatt wie ein Kinderpopo 🤗. Der nächste Trip bis Labuan Jambu, hatte es in sich, bei meiner Fahrt hatte ich genau den tiefsten Punkt der Tide erwischt, die automatische Routenplanung von Navionics führte mich insgesamt über drei Flachwassergebiete, obwohl laut Navionics Karte die minimalste Tiefe bei Tidentiefststand drei Meter sein sollte, war ich doch nicht ganz sicher ob das so alles klappen würde, okay no risk no fun, oder sollte ich lieber sagen no Horror! Na gut, gegen 8:30 Uhr lichtete ich den Anker, nach kurzer Zeit kam schon die erste enge Durchfahrt mit eine Flachstelle, doch das war garnicht so schlimm wie gedacht, es waren immer noch fünf Meter Wasser unter dem Kiel, na also, geht doch, dachte ich mir so. Nach einiger Zeit kam dann eine Flachwasserpassage über ein Riff, hier sollte ich eigentlich immer noch ein Meter unter meinem Kiel haben, doch plötzlich gab es einen dumpfen Knall, sollte ich etwa das Riff gestreift haben?, die Que Mas fuhr jedenfalls weiter als wäre nichts gewesen, das war auf jeden Fall sehr knapp 😱! Als nächstes musste ich durch ein Nadelöhr wo die Que Mas so gerade durchpasste, angeblich sollte dort laut Navionics Karte die Wassertiefe 4,5 Meter sein, als ich auf das Nadelöhr zufuhr kamen mir schon die ersten Zweifel, doch ich probierte es trotzdem und lief kurz vor der Durchfahrt auf sandigem Grund, ohne zu zögern schaltete ich die Schalthebel der Motoren auf volle Pulle rückwärts und tatsächlich, die 80 Pferdestärken schafften es die 13,5 Tonnen der Que Mas von dem Sand wieder frunter zu ziehen, Puuh das war verdammt eng!!! Zurück marsch marsch, das enge Nadelöhr konnte ich also vergessen, jetzt musste Ich einen Riesenumweg von 15 sm um die Insel Pulau Ngali machen. Die ersten fünf Seemeilen konnte ich noch bei achterlichem Wind mit dem Code Zero segeln, doch danach musste ich über 20 sm gegen Wind und Wellen anmotoren, das war wirklich kein Geschenk, meine Que Mas stampfte ordentlich gegen die Wellen und bockte wie ein Rodeo Pferd und verlor dabei jedesmal 2 bis 3 kn Speed. Die 20 sm bis zu dem Ankerplatz bei Labuan Jambu fühlten sich wie eine Ewigkeit an, gegen 16:30 Uhr war ich dann endlich angekommen, jetzt musste ich nur noch ankern und freute mich schon auf mein Ankerbier. Ja von wegen, beim Ankerkette ablassen blockierte plötzlich die Ankerwinsch und ging nicht mehr vor und zurück, es hatte sich ein Kettenknäuel gebildet und die Ankerwinsch blockiert. Um das ganze zu lösen musste ich zuerst die Kette von ihrem Zug entlasten, doch bei 20 Knoten Wind konnte ich die Kette keinen Millimeter hochziehen, die einzige Möglichkeit war mit den Motoren gegen den Wind zu fahren und dadurch kurz die Windlast von der Kette zu nehmen, so konnte ich wenigstens zwei Meter Kette nach oben wuchten und den Kettenstopper einhaken. Mit der losen Kette und dem Freilauf der Ankerwinsch gelang es mir die verkantete Kette von der Kettennuss zu befreien und konnte jetzt endlich den Hahnepot anschlagen und den Ankervorgang abschließen. Nach diesem fast durchgehendem Horrortrip hatte ich jetzt wahrhaftig das Ankerbier zur Entspannung verdient 🍺! Den nächsten Tag tauchte ich erstmal beide Kiele ab um zu sehen ob ich tatsächlich das Riff gestern gestreift hatte, tatsächlich war an der Vorderseite des Steuerbordkiels das Coppercoat abgekratzt und ein kleines Löchlein im Kiel, aber alles halb so wild, das hätte viel schlimmer kommen können. Nach meiner Tauchinspektion fuhr ich schon früh nach Labuan Jambu um mich für eine Walhai-Tour einzubuchen, erst wanderte ich durchs ganze Dorf und fand nichts was am entferntesten nach einem Buchungsbüro aussah, also wanderte ich den ganzen Weg zurück, bis ich einen kleinen Supermarkt fand, hier konnte ich ja mal nachfragen wo man eventuell eine Walhai-Tour buchen konnte. Im Supermarkt stand ein Mann an der Kasse den ich direkt mal fragte, überraschenderweise konnte er mich für eine solche Tour anmelden und weil ich alleine war, buchte er mich einfach bei einer für Morgen geplanten Tour dazu und ich würde sogar von meinem Kat von dem Tourboot abgeholt werden. Perfekt, früh am nächsten Morgen gegen 4:45 Uhr, wurde ich von der Que Mas eingesammelt und dann ging es mit einer einstündigen Fahrt in den Sonnenaufgang und letztendlich mitten in der Saleh-Bucht zu einem Bagan Fischerboot, wo schon die ersten Walhaie gefüttert wurden. Es war einfach der Wahnsinn mit diesen majestätischen Fischen gemeinsam zu tauchen. Immer wieder schwamm ein Walhai auf einen zu und ganz knapp unter einem durch, was für ein irres Erlebnis! Es waren auch Fotografen dabei die super Videos und Fotos für einen gemacht hatten. Nach unvergesslichen zwei Stunden, die Walhaie waren immer noch da und wurden gefüttert, fuhr unser Boot wieder zurück nach Labuan Jambu. Während unserer Fahrt zu den Walhaien habe ich noch ein symphatisches französisch sprechendes Pärchen aus der Schweiz kennen gelernt. Marie war eine Modedesignerin und zusammen mit ihrem Freund Floh hatten die Beiden ein Tipi-Restaurant in einem Skigebiet in den Schweizer Alpen. So konnten Sie außerhalb der Skisaison ihren Urlaub in Indonesien verbringen. Zurück auf der Que Mas war ich noch voll überwältigt von der Begegnung mit den Walhaien aber auch ganz schön müde. Den ganzen restlichen Tag gammelte ich nur so rum und ruhte mich aus. Schließlich habe ich Morgen den langen Trip aus der Saleh-Bucht heraus wieder in die offene Java See, wo ich wohl kurz vor der Ausfahrt in die Java See wieder in der Bucht Nanga Miro einen Stop über Nacht einlegen werde.

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