Die zweite Woche in der Rivergate Marina

Mein letzter Bericht endete ja mit dem Montag, wo ich dem Grund für die Ladeprobleme meines Victron Ladegeräts auf die Schliche gekommen war. Der Übeltäter war der durch einen Schmorbrand ausgefallenen Sicherungsautomat der hier in Australien schwer zu bekommen war. Deshalb fuhr ich mit dem Rad zu einem Elektrogroßfachmarkt und hoffte dort fündig zu werden. Leider hatten Sie den speziellen Sicherungsautomaten nicht auf Lager und mussten Ihn bestellen. Also hieß es erstmal abwarten und Tee trinken. Inzwischen war aber das Paket mit der Starlink Mini in der Marina eingetrudelt, ich hatte diese noch zusätzlich zu meiner schon vorhandenen Gen 3 bestellt, weil ich eine Redudanz für den Internetempfang über Starlink haben wollte und die Mini hier in Brisbane für schlappe 175 € zu haben war. Jetzt musste ich mir nur noch Gedanken über den besten Montageplatz für die Starlink Mini machen. Nach gründlicher Überlegung hatte ich den besten Platz für die Mini gefunden, die beste ungestörte Sicht in den Himmel hatte die Antenne auf dem Oberdeck hinten rechts, von dort aus konnte ich auch gut das Powerkabel der Antenne ins Boot verlegen, was allerdings eine ganz schöne Fummelei werden würde. Am Dienstagmorgen überholte ich erstmal die alte Pumpeneinheit von der Elektrotoilette und hatte so wieder ein intaktes Ersatzteil. Danach wollte ich mich um den Code Zero kümmern, den ich noch mit Chris nach North Sails gebracht und immer noch kein Angebot bekommen hatte. Also auf’s Bike geschwungen und über gefährliche Schnellstraßen ab nach North Sails, die Reparatur des Code Zero sollte um die 1000 € kosten und ich bekäme keine Garantie auf das Segel, außerdem könnte ich das Segel erst in 3 Wochen abholen. Das ging ja so garnicht! Die Mitarbeiter von North Sails waren aber sehr behilflich und gaben mir den Tipp mit dem Segel zu einem Segelmacher in ihrer direkten Nachbarschaft zu gehen. Dieser Segelmacher konnte mir das Segel innerhalb einer Woche für 550 € fertig machen 👍. Da Manly Harbour, einer der größten Yachthäfen in Australien, ganz in der Nähe war, fuhr ich für ein wenig Sightseeing und ein Käffchen dort noch vorbei. Nach dem 15 km langen Rückweg von Manly, gab es noch kurz vor der Marina einen Stop für ein Kaltgetränk bei Brew Dog, dort hatte ich solange mit dem Zapfer gequatscht, dass dieser komplett verschwitzt hatte das Bier abzurechnen, der gerechte Ausgleich für den teuren Wein den ich vor einigen Tagen hier getrunken hatte. Für Mittwochfrüh hatte ich mir vorgenommen zu joggen, um 6:30 Uhr, es dämmerte gerade, lief ich zügig los, anscheinend zu zügig, nach etwa einem Laufkilometer beendete eine Wadenzerrung meine Laufambitionen, jetzt konnte ich nur noch im Schritttempo meine eigentliche Laufrunde zu Ende humpeln. Zurück am Boot gab es zuerst Mal eine Diclofenac Kur, so konnte ich wenigstens mit der Verlegung des Kabels für die Starlink Mini Antenne beginnen. Die ersten Meter waren ja noch einfach, doch dann kam eine enge Stelle an der ich fast den ganzen Vormittag benötigt hatte, um das Kabel dort durch zu bekommen. Eigentlich wollte ich heute ja mit dem Fahrrad die noch von mir benötigten Besorgungen machen, doch wegen der demolierten Wade hatte ich für mich um 12:30 Uhr das Courtesycar reserviert, wodurch die weitere Kabelverlegung erstmal warten musste. Mit dem Auto ging zuerst zu einem Spezialgeschäft für Befestungsmittel, hier holte ich die speziellen Spreiznieten, die ich für die Befestigung der Antennenhalterung der Mini brauchte. Weiter ging es zum Elektronikfachhandel, wo ich für die Installation der Mini Sicherungshalter mit den entsprechenden Sicherungen besorgte. Die letzte Station war dann der Segelmacher, dem ich das Go zur Reparatur des Code Zero gab. Um 15:30 Uhr landete ich mit dem Auto wieder in der Marina und beschäftigte mich weiter mit der Kabelverlegung für die Mini. Am nächsten Tag war es dann soweit, die Starlink Mini konnte getestet werden, da wegen dem Leistungsverlust in dem langen dünnen Kabel die Antenne mit 12 Volt nicht startete und ich noch nicht den richtigen DC-DC Konverter hatte, wurde Sie kurzerhand an das 220 Volt Netz angeschlossen, womit Sie einwandfrei funktionierte. Nach einem ausgiebigen Test war der Vormittag schnell vorbei, jetzt musste ich mich mal um den Sicherungsautomaten kümmern, auf den ich immer noch wartete. Da ich sowieso noch einige Lebensmittel besorgen musste und der Elektrofachhandel auf dem Weg zum Supermarkt lag, konnte ich dort direkt mal nachfragen wann ich mit dem Teil rechnen könnte. Am Elektrofachmarkt angekommen, vertröstet mich mein netter Verkäufer auf den morgigen Tag, die Hoffnung stirbt eben zuletzt. Mittlerweile war meine Wade wieder soweit hergestellt, dass ich nach Brisbane zum Elektronikladen Jaycar mit dem Rad fahren konnte um einen Umschalter für die Starlink Mini zu besorgen, damit ich im Notfall, falls die 48 Volt des DC-DC Konverter versagen, auf den 220 Volt Anschluß für die Mini umschalten kann. Nach einem kurzen Eisschleckeri bei Messina ging es weiter zum Elektrofachmarkt, wo natürlich der Sicherungsautomat nicht da war und ich auf nächste Woche Mittwoch vertröstet wurde, irgendwie hatte ich schon das Gefühl das so etwas kommen würde. Vor lauter Frust gab es im Brew Dog noch eine Trostrunde bevor ich zurück in die Marina fuhr. Morgen ist auch schon Chris von seinem Kurzurlaub aus Deutschland zurück und wird von mir mit dem Courtesycar um 9 Uhr vom Flughafen abgeholt.

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