Satz mit X – war wohl Nix!

Ja eigentlich wollten wir am Dienstag von Valdivia in Richtung Isla Fernandez absegeln, doch daraus wurde leider nichts und das kam so. Als Erstes fuhren wir mit Raul zur chilenischen Immigrationsbehörde (PDI) in Valdivia um den benötigten Ausreisestempel aus dem Land Chile zu bekommen. Danach ging es zur Armada de Chile, um uns aus Valdivia auszuklarieren und die Genehmigung zum Auslaufen von Valdivia einzuholen. Doch selbst nach einer Stunde Wartezeit bekamen wir keine Auslaufgenehmigung, die Armada de Chile wollte uns die Zarpe erst erteilen, wenn Sie alle Sicherheitsrelevanten Dinge auf der Que Mas kontrolliert hatten. Noch am gleichen Tag wollten wir eigentlich um 16 Uhr aus dem Rio Valdivia in den offenen Pazifik auslaufen, kurz vor unserer Abfahrt legte das Schlauchboot der Armada de Chile an unserem Pier an um alle schiffsrelevanten Sicherheitsvorkehrungen der Que Mas zu überprüfen. Ein Beamter holte eine Liste aus seiner Mappe und fragte mich als Erstes nach dem Zertifikat meiner Rettungsinsel, die ich natürlich nicht hatte, weil die Rettungsinsel schon über 10 Jahre nicht mehr überprüft wurde. Als Nächstes kam die Frage nach den Notsignalen, stolz kramte ich meinen Plastikbehälter mit den Notsignalen aus dem Grabbag und zeigte Diesen dem Beamten, doch der war überhaupt nicht begeistert, weil das Ablaufdatum der Notsignale auf 2017 datiert war, so ein Mist! Jetzt ging es mit den Feuerlöschern weiter, der Beamte der Armada war darüber garnicht begeistert, dass man auf den Feuerlöschern nicht erkennen konnte, wann Sie das letzte Mal überprüft wurden. Danach wurde noch der Erste-Hilfe-Kasten und die Medikamente, wovon schon einige das Ablaufdatum von 2012 hatten, begutachtet. Danach wurde mir die Frage gestellt, ob ich einen Spiegel hätte, um damit im Notfall Notsignale zu geben. Natürlich hatte ich keinen Spiegel für Notsignale, wer hat das schon? Nach der ganzen Ritual war mir klar, dass der Sicherheitscheck für mich und meine Que Mas nicht positiv ausfallen würde und genau so kam es! Wir bekamen von der Armada de Chile keine Auslaufgenehmigung und würden Sie erst bekommen, wenn alle sicherheitsrelevanten Vorkehrungen okay wären 🤯. Na, dann mal Mahlzeit, da werden wir wohl noch für einige Tage auf dem chilenischen Festland bleiben müssen um das alles zu organisieren. Raul, der hilfsbereite Besitzer der Marina Roaring Forties, der früher selber bei der Armada war, organisierte direkt für den nächsten Morgen eine Firma, die unsere Rettungsinsel abholen und überprüfen kann. Als ich am nächsten Morgen die Rettungsinsel ausbaute, fiel mir auf das der Plastikbehälter, der die Rettungsinsel schützte, voller Wasser war. Ohh Ohh, das sah überhaupt nicht gut aus, mir schwante Böses! Und genau so kam es, die Firma, die die Rettungsinsel überprüfen sollte, teilte uns mit, dass die Rettungsinsel zu verrottet sei, um Sie noch einmal verwenden zu können. Es musste also eine Neue her, na das wird ja mal wieder ein teuerer Spaß 🤬. Weil wir ja eigentlich Chile verlassen mussten, wir hatten ja schon unseren Ausreisestempel in den Reisepässen, ging es zum wiederanmelden erneut zur Immigrationsbehörde, anschließend kauften wir in einem Nautikladen „frische” Notsignale. Jetzt fehlten „nur” noch die Feuerlöscher und eine neue Rettungsinsel, die Feuerlöscher waren kein Problem, die wurden von der Firma RVC inspiziert und neu aufgefüllt, doch Sie hatten so eine Rettungsinsel wie die Que Mas benötigt, nicht vorrätig und mussten Sie von Puerto Montt kommen lassen. Weil Raul uns immer soviel hilft und uns durch die Gegend karrt, luden wir ihn am Donnerstagabend zum Essen in dem Restaurant Partial de Thor ein. Das Restaurant war in Valdivia die Topadresse, das Fleisch schmeckte dort phantastisch! Am Freitag kam endlich die erlösende Nachricht, dass unsere neue Rettungsinsel da wäre und wir Diese am selben Tag noch angeliefert bekämen. Raul hatte die Idee, zusammen mit mir zu der Firma RVC zu fahren, damit ich mir meine alte verrottete Insel und direkt die Neue anschauen konnte. Meine alte Rettungsinsel war wirklich nicht mehr zu gebrauchen, das Salzwasser hatte in dem Plastikbehälter, der eigentlich die Insel schützen sollte, ganze Arbeit geleistet und alles verrotten lassen. In der Firma RVC hatte auch gerade eine große Rettungsinsel in Inspektion, so konnte ich dort eine aufgeblasene Rettungsinsel genauer ansehen nehmen und mal Probesitzen. Am Freitagabend fuhren wir mit Raul zum dritten und hoffentlich zum letzten Mal, zur Immigrationsbehörde (PDI) um uns nun wirklich von Chile abzumelden. Morgen, am Samstag, kommt die Armada de Chile noch einmal zur Inspektion auf die Que und wenn Gott (die Armada de Chile) will, werden wir wohl um 17 Uhr Valdivia verlassen um in unser Südseeabenteuer 🏝 aufzubrechen.

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4 Antworten zu Satz mit X – war wohl Nix!

  1. Reinhold Billhöfer sagt:

    Wirklich erstaunlich das ausgerechnet hier so ausführlich alles überprüft wird.
    Das mit der verrotteten Rettungsinsel war schon wirklich fahrlässig.
    Wie teuer war denn das neue Teil?
    Auch das Problem mit den abgelaufen Notsignalen sollte man eigentlich wissen.
    Zumal dir damals vor Menorca eine von meinen überalterten Notraketen in der Hand implodiert war. 😂😁😎😇
    Die Feuerlöscher kaufe ich einfach alle paar Jahre im Baumarkt neu. Ist günstiger als überprüfen und neu befüllen.
    Jetzt erst einmal euch Beiden viel Glück.
    LG Billy

    • Tom Bauer sagt:

      Hi Billy,
      sind mittlerweile auf der Isla Robinson Crueso angekommen. Du bist natürlich wieder neunmal schlau! Die Rettungsinsel wollte ich damals bei awn überprüfen lassen, doch diese Firma konnte eine Rettungsinsel der Marke Sealife nicht überprüfen! Na, jedenfalls habe ich jetzt eine Nagelneue, der ganze Spaß, Rettungsinsel, Feuerlöscher und Seenotsignale hat mal eben 1900 Euronen aus meiner Tasche gezogen. Hier bei uns in der Bahia Cumberland ist alles okay.
      Liebe Grüße auch von Fränki
      Dein „alter” Hockeykumpel Tom

  2. Robert Watt sagt:

    Bueno, me alegro que hayan podido zarpar, tal vez se perdió algo de tiempo y se gastó algo más de dinero en algo que no tenían presupuestado en su aventura; pero habría sido irresponsable de nuestra parte el no haber dado de baja su antigua balsa.
    Espero que lleguen a buen puerto!!!
    Saludos…
    Robert Watt B
    RVC Taller de Balsas y Extintores, Valdivia, Chile.

    • Tom Bauer sagt:

      Hola Robert,
      Gracias una vez más por ayudarme con todo tan rápidamente y sin complicaciones. Por supuesto, tienes razón sobre la balsa salvavidas, ya no se podía utilizar debido al agua salada y tuve que comprar una nueva. La seguridad es lo primero, el dinero no importa, pero aún así duele un poco :-(. Mientras tanto, hemos llegado sanos y salvos a Juan de Fernández. Mañana continuaremos bien preparados hacia Rapa Nui hasta el Tapati.
      Un cordial saludo a todos los miembros de la empresa y, por favor, ¡seguid trabajando así de bien!
      Los dos hermanos Frank y Tom

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